Donnerstag, 31. Januar 2013
Das Seekatzerl
"Und wie geht's dir? Was machst du so?" -
Man steht vor der Frage und weiß nicht wo man anfangen soll, also fängt man gar nicht erst an und sagt
"..... joa.... so so halt, passt scho, net; UND DU?!"
Andererseits will man ja wirklich wissen, wie's im Leben der anderen Person so aussieht.
Etwas das über über Schlagworte wie "studieren", "Stress" und "eigentlich nichts, außer saufen" hinausgeht.
Eine Innenansicht dessen, was die Japaner als "sēkatsu" (生活) bezeichnen...
Womit sie sich als genauso einfallslos entpuppen, denn das Wort besteht einfach nur aus zwei unterschiedlichen Versionen von "Leben".
Also das "Leben.... äh.... Leben.... halt."
Konkret muss man werden, Einsichten geben in die persönlichen Erfolge und Niederlagen, Freuden und Leiden.
Aber über so etwas redet man nicht.
"Ein Gentleman genießt und schweigt", heißt es.
Also schweige ich. ( ̄^ ̄)
Und hab stattdessen (schweigend) einen Comic gezeichnet, der etwas Einblick in meinen Alltag gibt.
Donnerstag, 17. Januar 2013
Zurück, Zurück!
"Also gehen sie jetzt zurück oder kommen sie Heim?!"
Auch im Japanischen gibt es für die beiden Dinge zwei verschiedene Worte: "Heimkehren/nach Hause gehen" heißt "kaerimasu", "Zurück kommen" heißt "modorimasu".
Doch wenn man in Japan lebt und über die Feiertage in die Heimat reist, ist plötzlich nicht mehr so ganz klar, was was ist.
So rede ich bei der Ausreise erstmal ordentlich am Immigrations-Beamten vorbei:
er geht darum, ob ich eine "Re-Entry-Permit" (Erlaubnis mit demselben Visum wieder in Japan einzureisen) brauche, oder in Deutschland bleibe.
"Ich kaerimasu ja nur kurz und modorimasu dann wieder!"
"Also kaerimasu'n Sie später wieder?"
Das zieht sich noch ein bisschen hin bis er mir dann den passenden Wisch in die Hand drückt.
Ich bin auf dem richtigen Weg.
Weihnachts-Sushi in Deutschen Supermärkten
An der Tankstelle gibt er billiges Red-Bull: nur 1€!
Okay, zumindest kommt mir nach 9 Monaten "hier-kostet-die-kleine-Dose-3€"-Japan das extrem günstig vor.
Einen Euro lege ich auf die Theke.
"1,25!" brummt der Tankwart.
Kurze Kulturschock-Checkliste:
- Keine Begrüßung
- Kein "Danke dass Sie bei uns einkaufen"
- Keine Entschuldigung ob der Umstände und der Missverständnisse
- 1,25?
"Dosenpfand!" brummt der Tankwart.
...
Ich muss lachen.
Ich bin wirklich wieder in Deutschland!
Nördlingen
Trotzdem, nach 3 Wochen habe ich mich doch wieder so sehr an Deutschland gewöhnt, dass ich eigentlich gar nicht mehr weg will:
gutes Brot, großartiges billiges Bier, Familie und Freunde, sinnvoll isolierte beheizte Wohnungen bei denen man nicht vor die Tür treten muss um duschen zu gehen, Leute die sich schneuzen statt ständig die Nase hochzuziehen...
Okay, vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, dass ich in den 3 Wochen (fast) nicht arbeiten musste...
Als dann der Flieger in einem sanften Bogen die Japanischen Inseln erreicht, sehe ich unter mir: Weiß! Nach dem Rekord-heißen Weihnachtsfest (Grillen an Heiligabend?!), komme ich zurück in ein Land in dem es (die Nordinsel mal ausgenommen) bestenfalls ein paar Tage im Jahr schneit - und zwar natürlich genau dann wenn ich nicht da bin...
Bis nach Osaka hat der Schnee dann eh net gereicht. Trotzdem ist es zapfig kalt.
Da mach ich mir doch erstmal einen Tee, denn zu versuchen die Wohnung zu beheizen ist bei den dünnen Wänden und undichten Fensterrahmen eher Wunschdenken.
Nachdem ich also meine Koffer und Taschen erstmal den Kilometer über die Hügel geschleift und in den 3.Stock gewuchtet habe, fülle ich sofort meinen treuen Wasserkocher: seit fast einem Jahr täglich in Verwendung, und immer noch kein Gramm Kalk...
Ja, ich bin wirklich wieder in Japan.
Mein verzweifelter Versuch, noch das beste aus dem bisschen Klimaanlagen-Heißluft zu machen...
Dienstag, 11. Dezember 2012
Erweiterung der Realität
Wie schon vorherig Erwähnt bekomme ich von der Japanischen Regierung reichlich Taschengeld für... ja, für was eigentlich?
Aus Faulheit und mangelnden Sprachkenntnissen habe ich mir diverse Kurz-Erklärungen zurecht gelegt.
Etwa:
"Informatik" (der ist knackig und vertreibt das Interesse)
oder:
"So Medien Zeug Filmproduktion Spezialeffekte Krach Bumm und so".
Also vor allem Sprüche die das Gespräch möglichst schnell wieder auf anderes lenken.
ABER HIER NICHT! Hier gibt es die ganze Wahrheit!
AUFGEMERKT (und schnell noch den Patentantrag zusammengeschustert)!
Wenig überraschend werden alle Medien (vor allem: Filme, Fernsehen, Computerspiele) praktisch ausschließlich am Computer gebastelt. Selbst solche Formate die noch echte Schauspieler beinhalten, betrachten die Aufnahmen nur als "Rohmaterial" aus dem später am Computer ein Film gebastelt wird. Wie viel "Wirklichkeit" es ins fertige Produkt schafft, schwankt. Aber es ist weniger als man glauben möchte.
Besonders kritisch sind virtuelle 3D Modelle: jedes Haus im Hintergrund, jedes Monster, und manchmal sogar die Kleider der Schauspieler sind zunächst einmal ein Haufen Dreiecke im Rechner eines Artists (neu-Deutsch für Mediengestalter).
Und wie arbeiten die mit diesen virtuellen Objekten und Figuren?
Nicht viel anders als jeder Bürohengst seine Excel-Tabellen quält: mit Maus und Keyboard und tausend Fenstern und Graphen und und und - kurz: auf grausigste Art und Weise!
So manch einer Denkt da mit Wehmut an die gute alte Zeit zurück.
Ja damals, da waren die Monster noch ECHT!
Also nicht echt ECHT, aber zumindest physisch als Puppen vorhanden.
Die hat man so Stückchen für Stückchen bewegt und damit eine Bewegung vorgegaukelt.
Stop-Motion nannte man das.
Das hatte zwar 1000 Nachteile, aber immerhin konnte man seine Figur vor sich sehen, und direkt bewegen. Und nicht mit der Maus Zahlen herumschubsen.
Tjaa, wenn man doch nur die virtuellen Figuren irgendwie in die Realität bringen konnte!
KANN MAN ABER NICHT! Ende! Danke fürs lesen.
Okay, kann man doch!
Das Zauberwort heißt "Augmented Reality", also die Technik virtuelle Gegenstände in der Realität sichtbar zu machen. Dazu braucht man eine Kamera und einen Monitor (der Einfachkeit halber gleich in einem Smartphone oder einer Brille untergebracht). Der Computer baut dann ins laufende Video der Realität zusätzliche Objekte ein die gar nicht da sind (vergleiche: Halluzination. Aber mit ihrem Smartphone sprechen sie ja auch schon mit Menschen die gar nicht da sind...).
Was ich also baue ist ein System, mit dem Media-Artists ihre Schöpfung wieder vor sich auf dem Schreibtisch sehen und mit den Händen bewegen und bearbeiten können.
("Anfassen" ist etwas weit gegriffen, weil: fühlen kann man die Dinger nicht).
Die Forschung dreht sich vor allem zwei Dinge:
1.: Was ist ein gutes User-Interface für das Arbeiten mit virtuellen Figuren. Etwas das bequem, effizient und zuverlässig ist.
Das kommt nachher.
2.: wie zur Hölle kriegt man die 3D-Software (nicht von mir, sondern dasselbe das die Artists verwenden) dazu, brav Augmented Reality zu spielen?
Das bereitet gerade Kopfschmerzen.
Also: echte Kopfschmerzen und Übelkeit, weil: ständig flackernde, verzögerte, kaputte Stereo-3D Bilder anzuschauen um die Fehler zu finden erzeugt sogenannte "Cyber-Sickness".
Und da ist das provisorische 4Kilo-Headgear das mir um die Ohren baumelt und 3000€ kostet wenn's runter fällt noch gar nicht eingerechnet.
Es gibt also noch reichlich Raum für Verbesserung.
Aus Faulheit und mangelnden Sprachkenntnissen habe ich mir diverse Kurz-Erklärungen zurecht gelegt.
Etwa:
"Informatik" (der ist knackig und vertreibt das Interesse)
oder:
"So Medien Zeug Filmproduktion Spezialeffekte Krach Bumm und so".
Also vor allem Sprüche die das Gespräch möglichst schnell wieder auf anderes lenken.
ABER HIER NICHT! Hier gibt es die ganze Wahrheit!
AUFGEMERKT (und schnell noch den Patentantrag zusammengeschustert)!
Wenig überraschend werden alle Medien (vor allem: Filme, Fernsehen, Computerspiele) praktisch ausschließlich am Computer gebastelt. Selbst solche Formate die noch echte Schauspieler beinhalten, betrachten die Aufnahmen nur als "Rohmaterial" aus dem später am Computer ein Film gebastelt wird. Wie viel "Wirklichkeit" es ins fertige Produkt schafft, schwankt. Aber es ist weniger als man glauben möchte.
Besonders kritisch sind virtuelle 3D Modelle: jedes Haus im Hintergrund, jedes Monster, und manchmal sogar die Kleider der Schauspieler sind zunächst einmal ein Haufen Dreiecke im Rechner eines Artists (neu-Deutsch für Mediengestalter).
Und wie arbeiten die mit diesen virtuellen Objekten und Figuren?
Nicht viel anders als jeder Bürohengst seine Excel-Tabellen quält: mit Maus und Keyboard und tausend Fenstern und Graphen und und und - kurz: auf grausigste Art und Weise!
Das sehen Medien-Schöpfer so den lieben langen Tag, und die Tage sind für Medien-Schöpfer meist länger als ihnen lieb ist.
So manch einer Denkt da mit Wehmut an die gute alte Zeit zurück.
Ja damals, da waren die Monster noch ECHT!
Also nicht echt ECHT, aber zumindest physisch als Puppen vorhanden.
Die hat man so Stückchen für Stückchen bewegt und damit eine Bewegung vorgegaukelt.
Stop-Motion nannte man das.
Das hatte zwar 1000 Nachteile, aber immerhin konnte man seine Figur vor sich sehen, und direkt bewegen. Und nicht mit der Maus Zahlen herumschubsen.
Tjaa, wenn man doch nur die virtuellen Figuren irgendwie in die Realität bringen konnte!
KANN MAN ABER NICHT! Ende! Danke fürs lesen.
Okay, kann man doch!
Das Zauberwort heißt "Augmented Reality", also die Technik virtuelle Gegenstände in der Realität sichtbar zu machen. Dazu braucht man eine Kamera und einen Monitor (der Einfachkeit halber gleich in einem Smartphone oder einer Brille untergebracht). Der Computer baut dann ins laufende Video der Realität zusätzliche Objekte ein die gar nicht da sind (vergleiche: Halluzination. Aber mit ihrem Smartphone sprechen sie ja auch schon mit Menschen die gar nicht da sind...).
Was ich also baue ist ein System, mit dem Media-Artists ihre Schöpfung wieder vor sich auf dem Schreibtisch sehen und mit den Händen bewegen und bearbeiten können.
("Anfassen" ist etwas weit gegriffen, weil: fühlen kann man die Dinger nicht).
Die Forschung dreht sich vor allem zwei Dinge:
1.: Was ist ein gutes User-Interface für das Arbeiten mit virtuellen Figuren. Etwas das bequem, effizient und zuverlässig ist.
Das kommt nachher.
2.: wie zur Hölle kriegt man die 3D-Software (nicht von mir, sondern dasselbe das die Artists verwenden) dazu, brav Augmented Reality zu spielen?
Das bereitet gerade Kopfschmerzen.
Also: echte Kopfschmerzen und Übelkeit, weil: ständig flackernde, verzögerte, kaputte Stereo-3D Bilder anzuschauen um die Fehler zu finden erzeugt sogenannte "Cyber-Sickness".
Und da ist das provisorische 4Kilo-Headgear das mir um die Ohren baumelt und 3000€ kostet wenn's runter fällt noch gar nicht eingerechnet.
Es gibt also noch reichlich Raum für Verbesserung.
Ja, das ist Geschenk-Band dass das Ganze zusammenhält. German Engineering!
Mittwoch, 28. November 2012
Schöner rotten
Kirschblüten-schauen kennt man ja.
Doch weil das nur einmal im Jahr geht, haben sich die Japaner ein Gegengewicht ausgedacht:
dieselben Bäume die man im Frühling beim blühen bestaunt hat, kann man im Herbst nochmal beim Lauben bestaunen: Momiji!
Da denkt man sich: blühen schon und gut, aber warum soll ich mir verrottendes Blattwerk anschauen.
Doch hier gibt es die berühmte "Ganbarimasu!"-Mentalität, und da strengt sich sogar das Herbstlaub nochmal so richtig an gut auszusehen.
Mit Erfolg.
Doch weil das nur einmal im Jahr geht, haben sich die Japaner ein Gegengewicht ausgedacht:
dieselben Bäume die man im Frühling beim blühen bestaunt hat, kann man im Herbst nochmal beim Lauben bestaunen: Momiji!
Da denkt man sich: blühen schon und gut, aber warum soll ich mir verrottendes Blattwerk anschauen.
Doch hier gibt es die berühmte "Ganbarimasu!"-Mentalität, und da strengt sich sogar das Herbstlaub nochmal so richtig an gut auszusehen.
Mit Erfolg.
Sonntag, 18. November 2012
ÜBER-nachten
Shüüden - der letzte Zug! Der gnadenlose Richter der die Nacht entscheidet. Gehen oder bleiben, rechtzeitig erreichen oder verpassen. Und dann, WAS?
Taxi? Hah, warum nicht gleich mit dem Geld ein wärmendes Feuerchen machen?
Dann doch lieber noch einen Trinken gehen und entscheiden, welchen Plan B man heute aus dem Ärmel schüttelt, um die Nacht nicht nur zu überleben, sondern so richtig ÜBER zu leben...
Capsule Hotel:
Sinnbild japanischer Lebenskultur: die Massen an Anzugtragenden Bürohengsten müssen erst ewig Überstunden drücken, dann noch mit dem Chef saufen gehen, und so kommen sie natürlich nicht mehr zurück zu ihrer Familie und müssen in einer Kapsel schlafen, nicht viel größer als ein Sarg.
Tatsächlich sind Capsule-Hotels am ehesten mit Jugendherbergen zu vergleichen: statt ein Zimmer allein zu haben, teilt man sich die Stockbetten mit anderen Gästen (so etwa 50). Nur dass die Schlaf-Kapseln etwas mehr Privatsphäre und Komfort bieten. Meist sind ein Fernseher, Radio und Wecker in die Wand eingelassen.
Abgesehen von dem minimalen Schlafraum (Menschen ab 185cm Länge oder 1m Breite haben ein Problem) sind die Capsule-Hotels oft sogar ziemlich gediegen: manche haben ein japanisches Bad, Sauna und Aufenthaltsräume mit Büchern, Zeitschriften und Comics.
Es gibt sogar Capsule-Hotel-Fan-Reviews, die den Kapsel-Fans verraten wo die schönsten Hotels sind.
Karaoke:
Die Jugendlichen und Jung gebliebenen sagen gern: wenn wir den letzten Zug verpasst, dann gehen wir halt in die Karaoke-Box! Die ganze Nacht? Die ganze Nacht!
Haben sich Japaner evolutionär weiterentwickelt und können jetzt alternativ zum Schlaf auch 5 Stunden Schnulzen schmettern?
Nein, die kleinen privaten Räume sind einfach billige, klimatisierte Räume, in denen man wegratzen kann.
Man kann die Karaoke-Box darin zwar nicht abschalten, aber leise drehen. Und wer bei sich ewig wiederholenden Werbe-Jingles nicht schlafen kann ist kein echter Japaner!
Alternativ kann "Karaoke gehen" aber auch etwas anderes bedeuten: wegen der relativ guten Privatsphäre haben Pärchen (und solche die es werden wollen) endlich die Gelegenheit zum ausgiebigen Knutschen - was in der Öffentlichkeit für Japaner nicht wirklich eine Option ist.
Manga-Cafe:
Da viele Jugendliche in Japan kein eigenes Zimmer haben (oder aus anderen Gründen möglichst viel Abstand zu ihren Eltern halten), haben sich neben den Game-Center (Spielhallen) die Manga-Cafes (Comic-Bibliothek) entwickelt. Hier kann man abhängen, Comics lesen, DVDs schauen, im Internet surfen und sein Handy wieder aufladen. Entweder man bekommt einen normalen Sessel zugewiesen (wie im Internet Cafe), oder mietet sich ein privates Abteil.
Und nachdem Japaner geübt darin sind einfach überall einzuschlafen, stört es sie auch gar nicht so die Nacht zu verbringen. Toiletten und Getränke-und-Essensautomaten gibt's ja sowieso...
Das ist so ein Erfolgskonzept, dass sie mittlerweile sogar Duschen, Pärchen-Räume und Solarien-Betten gibt (hier ist mir der Sinn nicht ganz klar, denn für Japaner gilt es als schön möglichst blass zu sein).
Das ist also ein Hotel, ohne ein einziges Bett, dafür mit Regalen voller Comics und DVDs. Und so kann man für 15€ schonmal die Nacht rumbringen.
Einen unguten Beigeschmack hat die Sache aber doch: kleine Separees mit bequemen Sesseln und große Auswahl an Pornos... vielleicht möchte man doch lieber der erste sein, der diese Nacht das Abteil verwendet...
Love Hotel:
Japanern mangelt es an Privatsphäre: durch die beengten Wohnverhältnisse ist so etwas wie "das eigene Schlafzimmer" und "solide, schalldichte Wände" reines Wunschdenken.
Gleichzeitig mangelt es ihnen am Willen, ihre sinnlichen Erfahrungen mit den Kindern, Eltern oder Nachbarn zu teilen. Zur Rettung gibt es: die Love-Hotels. Hotels, die keine Reservierung nehmen und nur kurzfristig, anonym und zeitlich begrenzt gemietet werden können.
Da sie auch für ganz normale Eheleute die einzige Option darstellen mal wieder neue Japaner zu produzieren (ihr wisst schon: Geburtenrate und Überalterung) haben Rabu-Ho (mit dem 'L' hapert es hier bekanntlich, und was mehr als 4 Silben hat muss nochmal abgekürzt werden) keinen schlechten Ruf und gelten auch nicht als verrucht.
Normalerweise haben Love-Hotels zwei Optionen:
1: "Ausruhen" für einige Stunden gibt es ab 20€ (wenn jemand danach ausgeruht ist, ist etwas schief gegangen).
2: "Übernachten" gibt es zwischen 60€ und 80€. Da lassen die Hotelbetreiber sich auch nicht lumpen: von der Einweg-Zahnbürste über das Duschgel bis hin zu Kaffee und Tee-Beuteln nebst Wasserkocher ist alles da was man erwarten kann.
Erinnert einen eigentlich nichts daran, dass man nicht in einem normalen Hotel untergekommen ist.
Außer den vielen Spiegeln. Und dem einseitigen Fernsehprogramm. Und den Badezimmerwänden aus Glas. Und den versiegelten Fensterläden. (Hä, so spät schon? Ist doch noch dunkel draußen..!)
Achso: Kondome gibt es natürlich auch. War wieder nix mit der Geburtenrate!
Da könnte man glatt auf die Idee kommen: wenn man sonst kein Hotel mehr bekommen hat (oder zu faul zum reservieren war) könnte man auch mal allein im Lovehotel unterkommen.
Falsch gedacht. Singels sind unerwünscht und werden wieder weggeschickt.
Warum ist nicht klar - schließlich zahlt man. Aber Japaner hassen jede Art von Fehlbenutzung.
Oder vielleicht glauben die Hotelbetreiber nur, dass der blöde Ausländer mal wieder nicht kapiert hat worum es hier geht...
Ein (bisher noch ungetesteter) Tipp ist, eine große dunkle Tüte mitzunehmen und dem Personal anzudeuten, der Lebensabschnittsgefährte sei aufblasbar...
Aber natürlich macht es schon rein preislich mehr Sinn sich ein Zimmer zu teilen.
Was sie wohl zu Dreier- oder Vierergruppen sagen würden....?
Taxi? Hah, warum nicht gleich mit dem Geld ein wärmendes Feuerchen machen?
Dann doch lieber noch einen Trinken gehen und entscheiden, welchen Plan B man heute aus dem Ärmel schüttelt, um die Nacht nicht nur zu überleben, sondern so richtig ÜBER zu leben...
Capsule Hotel:
Sinnbild japanischer Lebenskultur: die Massen an Anzugtragenden Bürohengsten müssen erst ewig Überstunden drücken, dann noch mit dem Chef saufen gehen, und so kommen sie natürlich nicht mehr zurück zu ihrer Familie und müssen in einer Kapsel schlafen, nicht viel größer als ein Sarg.
Tatsächlich sind Capsule-Hotels am ehesten mit Jugendherbergen zu vergleichen: statt ein Zimmer allein zu haben, teilt man sich die Stockbetten mit anderen Gästen (so etwa 50). Nur dass die Schlaf-Kapseln etwas mehr Privatsphäre und Komfort bieten. Meist sind ein Fernseher, Radio und Wecker in die Wand eingelassen.
Abgesehen von dem minimalen Schlafraum (Menschen ab 185cm Länge oder 1m Breite haben ein Problem) sind die Capsule-Hotels oft sogar ziemlich gediegen: manche haben ein japanisches Bad, Sauna und Aufenthaltsräume mit Büchern, Zeitschriften und Comics.
Es gibt sogar Capsule-Hotel-Fan-Reviews, die den Kapsel-Fans verraten wo die schönsten Hotels sind.
Karaoke:
Die Jugendlichen und Jung gebliebenen sagen gern: wenn wir den letzten Zug verpasst, dann gehen wir halt in die Karaoke-Box! Die ganze Nacht? Die ganze Nacht!
Haben sich Japaner evolutionär weiterentwickelt und können jetzt alternativ zum Schlaf auch 5 Stunden Schnulzen schmettern?
Nein, die kleinen privaten Räume sind einfach billige, klimatisierte Räume, in denen man wegratzen kann.
Man kann die Karaoke-Box darin zwar nicht abschalten, aber leise drehen. Und wer bei sich ewig wiederholenden Werbe-Jingles nicht schlafen kann ist kein echter Japaner!
Alternativ kann "Karaoke gehen" aber auch etwas anderes bedeuten: wegen der relativ guten Privatsphäre haben Pärchen (und solche die es werden wollen) endlich die Gelegenheit zum ausgiebigen Knutschen - was in der Öffentlichkeit für Japaner nicht wirklich eine Option ist.
Manga-Cafe:
Da viele Jugendliche in Japan kein eigenes Zimmer haben (oder aus anderen Gründen möglichst viel Abstand zu ihren Eltern halten), haben sich neben den Game-Center (Spielhallen) die Manga-Cafes (Comic-Bibliothek) entwickelt. Hier kann man abhängen, Comics lesen, DVDs schauen, im Internet surfen und sein Handy wieder aufladen. Entweder man bekommt einen normalen Sessel zugewiesen (wie im Internet Cafe), oder mietet sich ein privates Abteil.
Und nachdem Japaner geübt darin sind einfach überall einzuschlafen, stört es sie auch gar nicht so die Nacht zu verbringen. Toiletten und Getränke-und-Essensautomaten gibt's ja sowieso...
Das ist so ein Erfolgskonzept, dass sie mittlerweile sogar Duschen, Pärchen-Räume und Solarien-Betten gibt (hier ist mir der Sinn nicht ganz klar, denn für Japaner gilt es als schön möglichst blass zu sein).
Das ist also ein Hotel, ohne ein einziges Bett, dafür mit Regalen voller Comics und DVDs. Und so kann man für 15€ schonmal die Nacht rumbringen.
Einen unguten Beigeschmack hat die Sache aber doch: kleine Separees mit bequemen Sesseln und große Auswahl an Pornos... vielleicht möchte man doch lieber der erste sein, der diese Nacht das Abteil verwendet...
Love Hotel:
Japanern mangelt es an Privatsphäre: durch die beengten Wohnverhältnisse ist so etwas wie "das eigene Schlafzimmer" und "solide, schalldichte Wände" reines Wunschdenken.
Gleichzeitig mangelt es ihnen am Willen, ihre sinnlichen Erfahrungen mit den Kindern, Eltern oder Nachbarn zu teilen. Zur Rettung gibt es: die Love-Hotels. Hotels, die keine Reservierung nehmen und nur kurzfristig, anonym und zeitlich begrenzt gemietet werden können.
Da sie auch für ganz normale Eheleute die einzige Option darstellen mal wieder neue Japaner zu produzieren (ihr wisst schon: Geburtenrate und Überalterung) haben Rabu-Ho (mit dem 'L' hapert es hier bekanntlich, und was mehr als 4 Silben hat muss nochmal abgekürzt werden) keinen schlechten Ruf und gelten auch nicht als verrucht.
Normalerweise haben Love-Hotels zwei Optionen:
1: "Ausruhen" für einige Stunden gibt es ab 20€ (wenn jemand danach ausgeruht ist, ist etwas schief gegangen).
2: "Übernachten" gibt es zwischen 60€ und 80€. Da lassen die Hotelbetreiber sich auch nicht lumpen: von der Einweg-Zahnbürste über das Duschgel bis hin zu Kaffee und Tee-Beuteln nebst Wasserkocher ist alles da was man erwarten kann.
Erinnert einen eigentlich nichts daran, dass man nicht in einem normalen Hotel untergekommen ist.
Außer den vielen Spiegeln. Und dem einseitigen Fernsehprogramm. Und den Badezimmerwänden aus Glas. Und den versiegelten Fensterläden. (Hä, so spät schon? Ist doch noch dunkel draußen..!)
Achso: Kondome gibt es natürlich auch. War wieder nix mit der Geburtenrate!
Da könnte man glatt auf die Idee kommen: wenn man sonst kein Hotel mehr bekommen hat (oder zu faul zum reservieren war) könnte man auch mal allein im Lovehotel unterkommen.
Falsch gedacht. Singels sind unerwünscht und werden wieder weggeschickt.
Warum ist nicht klar - schließlich zahlt man. Aber Japaner hassen jede Art von Fehlbenutzung.
Oder vielleicht glauben die Hotelbetreiber nur, dass der blöde Ausländer mal wieder nicht kapiert hat worum es hier geht...
Ein (bisher noch ungetesteter) Tipp ist, eine große dunkle Tüte mitzunehmen und dem Personal anzudeuten, der Lebensabschnittsgefährte sei aufblasbar...
Aber natürlich macht es schon rein preislich mehr Sinn sich ein Zimmer zu teilen.
Was sie wohl zu Dreier- oder Vierergruppen sagen würden....?
Mittwoch, 7. November 2012
Direkt höflich
Und da sagt mir die Frau an der Kasse doch direkt ins Gesicht: "Ich empfange dann mal dass sie noch etwas warten." Immer so höflich diese Japaner.
Es ist natürlich nicht fair, Deutsche Umgangsformen auf Japan anzuwenden, oder japanische Phrasen eins-zu-eins ins Deutsche zu übersetzen. Aber interessant ist es doch:
wollen wir uns im Deutschen höflicher ausdrücken, so fangen wir an immer indirekter zu sprechen, bis der Satz irgendwann keinen Sinn mehr ergibt.
> Bitte geben sie mir das Handtuch.
> Würden sie mir bitte das Handtuch geben.
> Dürfte ich sie bitten mir das Handtuch zu geben?
> Ist das jetzt schon die Bitte oder fragen sie noch ob sie bitten dürfen?
Wir verwenden aber dieselben, normalen Worte, und greifen nicht zu geschwülstigem Vokabular.
Japaner machen es umgekehrt: der Satz bleibt gleich, aber die Worte werden nach und nach durch immer höhere Ebenen der Höflichkeit geschraubt, ohne dass sich ihre Bedeutung ändert.
> Bitte geben sie mir das Handtuch.
> Bitte reichen sie mir das Handtuch.
> Ich bitte um das ehrwürdige Reichen des Handtuches.
> Ich erbitte die erhwürdige Dareichung des Handtuches.
Das ganze schraubt sich in solche höhen, dass Japaner selbst nicht mehr so genau Bescheid wissen.
Kürzlich musste eine Freundin bei meinem höflichen "Ich-stell-mich-mal-eben-vor" Monolog doch kichern. Sie meinte in ihrem Leben noch nie das Wort "benannt" verwendet zu haben. Dabei wurde uns im Sprachunterricht eingeschärft, dass das "heissen" in "Ich heisse Max" manchmal nicht höflich genug ist...
Scheinbar doch.
Manchmal ist es nicht einmal mehr nötig, die Form zu wahren. Auf einen Zustand hinzuweisen beinhalten bereits die dazugehörige Aussage.
"Das war böse von mir" oder "Ich war böse." sind vollständige Entschuldigungen. Als Deutscher hätte ich immer gerne noch gehört, dass es ihnen auch Leid tut, dass sie böse sind - ein bisschen wenigstens. Sagen sie aber nicht mehr.
"Ich habe keine Entschuldigung!" sagen sie. Dass ist besonders höflich das direkt zuzugeben und keine Ausrede vorzuschieben. Aber mir würde es durchaus mehr zusagen, wenn sie sich wenigstens eine kleine Notlüge einfallen lassen würden - wisst ihr: damit man sieht dass sie es versucht haben.
Wenn man vor einer schwierigen Aufgabe einem Deutschen gerne "Viel Glück" wünscht, sagen sich die Japaner: "Streng dich an!"
Das ist nicht abwertend gemeint, sondern Ausdruck japanischen Leistungsdenkens.
Hat man sich dann richtig schön angestrengt, sagt man zu einander nicht etwa: "war mir eine Ehre" oder "GottSeiDankistderScheißvorbei", man sagt "das war richtig schön anstrengend".
Worauf die, die noch bleiben antworten: "Ja, ist richtig schön anstrengend", und sich noch etwas anstrengen...
Es ist natürlich nicht fair, Deutsche Umgangsformen auf Japan anzuwenden, oder japanische Phrasen eins-zu-eins ins Deutsche zu übersetzen. Aber interessant ist es doch:
wollen wir uns im Deutschen höflicher ausdrücken, so fangen wir an immer indirekter zu sprechen, bis der Satz irgendwann keinen Sinn mehr ergibt.
> Bitte geben sie mir das Handtuch.
> Würden sie mir bitte das Handtuch geben.
> Dürfte ich sie bitten mir das Handtuch zu geben?
> Ist das jetzt schon die Bitte oder fragen sie noch ob sie bitten dürfen?
Wir verwenden aber dieselben, normalen Worte, und greifen nicht zu geschwülstigem Vokabular.
Japaner machen es umgekehrt: der Satz bleibt gleich, aber die Worte werden nach und nach durch immer höhere Ebenen der Höflichkeit geschraubt, ohne dass sich ihre Bedeutung ändert.
> Bitte geben sie mir das Handtuch.
> Bitte reichen sie mir das Handtuch.
> Ich bitte um das ehrwürdige Reichen des Handtuches.
> Ich erbitte die erhwürdige Dareichung des Handtuches.
Das ganze schraubt sich in solche höhen, dass Japaner selbst nicht mehr so genau Bescheid wissen.
Kürzlich musste eine Freundin bei meinem höflichen "Ich-stell-mich-mal-eben-vor" Monolog doch kichern. Sie meinte in ihrem Leben noch nie das Wort "benannt" verwendet zu haben. Dabei wurde uns im Sprachunterricht eingeschärft, dass das "heissen" in "Ich heisse Max" manchmal nicht höflich genug ist...
Scheinbar doch.
Manchmal ist es nicht einmal mehr nötig, die Form zu wahren. Auf einen Zustand hinzuweisen beinhalten bereits die dazugehörige Aussage.
"Das war böse von mir" oder "Ich war böse." sind vollständige Entschuldigungen. Als Deutscher hätte ich immer gerne noch gehört, dass es ihnen auch Leid tut, dass sie böse sind - ein bisschen wenigstens. Sagen sie aber nicht mehr.
"Ich habe keine Entschuldigung!" sagen sie. Dass ist besonders höflich das direkt zuzugeben und keine Ausrede vorzuschieben. Aber mir würde es durchaus mehr zusagen, wenn sie sich wenigstens eine kleine Notlüge einfallen lassen würden - wisst ihr: damit man sieht dass sie es versucht haben.
Wenn man vor einer schwierigen Aufgabe einem Deutschen gerne "Viel Glück" wünscht, sagen sich die Japaner: "Streng dich an!"
Das ist nicht abwertend gemeint, sondern Ausdruck japanischen Leistungsdenkens.
Hat man sich dann richtig schön angestrengt, sagt man zu einander nicht etwa: "war mir eine Ehre" oder "GottSeiDankistderScheißvorbei", man sagt "das war richtig schön anstrengend".
Worauf die, die noch bleiben antworten: "Ja, ist richtig schön anstrengend", und sich noch etwas anstrengen...
Montag, 29. Oktober 2012
Studenten-JetSet
"Mags't net nacher noch vorbei kommen? Wir machen ein Sprachaustausch-Meeting..."
"Wird schwierig..."
"Wieso?"
"Weil ich in Korea bin."
"Äh was?"
Man sagt ja immer: die Welt ist klein geworden, seit es das Internet gibt.Das funktioniert natürlich nur virtuell. Wenn jemand nicht auf Facebook seine Abschieds-Party ankündigt kann es schonmal passieren, dass man sich - ohne es zu merken - monatelang mit Leuten unterhält, die schon gar nicht mehr da sind.
Und "nicht mehr da sein" passiert häufig, denn alle Austauschstudenten haben bereits bei der Ankunft ein Verfallsdatum von: wie lange dieses Austauschprogramm halt so läuft.
Es gibt hier die Bezeichnung "Internationals", was "Ausländer und Japaner mit Auslandserfahrung" bezeichnet, aber auch ein spezielles Lebensgefühl beschreibt.
Man hat Freunde von jedem Erdteil, hört Geschichten aus aller Herren Länder und diskutiert über die Bräuche verschiedenster Regionen - eben ganz "International".
Wer mit Geschichten von James Bond und dem Jet-Set der Welt aufwächst, aber bis zum Studium immer in derselben Stadt gelebt hat (also: jeder), lässt sich von dem neuen Gefühl der internationalen Lebensweise schnell verführen.
Was sind schon Grenzen, die ganze Welt ist unser Zuhause. Heute Monaco, morgen London, übermorgen Rio...
Das ist natürlich reine Illusion. Die meisten kommen, fliegen vielleicht zwei, drei mal in den Urlaub oder zu einer Konferenz, und gehen dann wieder (oder bleiben für immer). Da hat jeder Durchschnittstourist mehr Auslandserfahrung. Aber der Tourist war halt nur zum Spaß da, und hat es nicht zum Teil seines Lebens gemacht.
Besonders in Japan, wo es schwierig sein kann Kontakte mit Eingeborenen zu knüpfen, entsteht so schnell ein "wir" Gefühl. Ein bunt gemischter Haufen der sich nicht um Landesgrenzen schert, aber gern auf die eigene Kultur und Herkunft verweist - solange es die Unterhaltung vorantreibt oder zum kennenlernen taugt.
Überhaupt ist "Gaijin" zu sein hier das ultimative Bindeglied. Kennt man auf einer Party niemanden, findet man bei den Ausländern immer Anschluss, nur weil man auch Ausländer ist. Gesprächsthema braucht man auch nicht. "Where are you from?" ist der Universal-Eisbrecher.
So hat man sich schnell mit Leuten aus allen Teilen der Welt angefreundet. Der Ingenieur aus China, der Finnische Nerd, die Erziehungswissenschaftlerin aus Papua-Neuguinea...
Das Gefühl "über den Grenzen und politischen Problemen zu stehen" erzeugt auch ein auffällig spannungsfreies Umfeld. Ganz unaufgeregt unterhält man sich über Themen, über die andernorts noch vor 10 Jahren Kriege geführt wurden. Die berüchtigten Reibereien wegen kultureller Unterschiede in Verhalten oder Wortwahl gibt es nicht.
Wenn man darüber nachdenkt ist es sogar ein bisschen traurig: man hat die Sammlung der aller Kulturen der Welt, und doch ist der Unterschied zwischen den Leuten was Werte, Weltanschauung und Gepflogenheiten angeht verschwindend gering.
Kultur-Schock, das war einmal.
Die Gefahr für viele ist natürlich sich nur in diesem Kosmos der "Internationals" zu bewegen, und dabei das Land völlig zu verpassen.
Manche leben schon seit Jahren hier, ohne Japanisch zu sprechen oder japanische Freunde zu haben - außer natürlich "International"-Japaner, die selbst zu "Internationals" geworden sind.
Das Gefühl der Gemeinsamkeit wirkt umgekehrt abschottend zum Rest der Gesellschaft. Ob im Labor, in der Turnhalle, in der Bar: oft bilden die Ausländer ihr eigenes Grüppchen, und die Japaner sagen nur Hallo, wenn sie ihr Englisch trainieren wollen.
Oft habe ich diese bi-lingualen Gespräche geführt, in denen die Japaner mit mir gebrochen Englisch sprechen und ich gebrochen Japanisch antworte. Jeder zu stur um seine hart erarbeitete Position ("ich habe doch nicht umsonst 3 Jahre gebüffelt!") aufgeben zu wollen...
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