Ginko.
Nein, nicht der Baum.
"銀行".
Schreibt sich wie "Silber" und "Bewegen".
So nennt man hier Banken.
Und Junge, Junge, bewegen die das Silber!
Anfangen tut's damit, dass ich ein Sparbuch habe. Also: ein richtiges kleines Büchlein. Nix mit Kontoauszug. Ich nehme das Ding mit zum Geldautomaten und stecke es hinein. Ja, die Geldautomaten hier haben einen Slot für Sparbücher. Und dann druckt das Ding da rein was so auf meinem Konto passiert.
Netterweise habe ich auch eine Karte im EC-Format bekommen, damit ich das Ding nicht immer mit mir rumtragen muss.
Aber süß ist das irgendwie schon. Erinnert mich an meine Kindheit, als meine Eltern ein Sparbuch für mich hatten, mich zur Bank mitnahmen damit ich ein Update kriege und ich dann sehen konnte wie meine Ersparnisse langsam wachsen, und davon träumte was für tolle Spielsachen ich mir von dem Geld kaufen könnte.... nur das ich das Geld jetzt halt für andere SachenAAAABER DAVON REDEN WIR JETZT NICHT!
Dafür kann das Konto relativ wenig. So mit Überweisung ist schon wieder nicht ganz so.
Man kann lustigerweise zu einer anderen Bank gehen, und dort ohne ein Konto zu haben am Geldautomaten Geld reinstecken, damit dass dann Überwiesen wird.
Aber andere Banken sind gerade nicht in der Gegend als ich mein Auto kaufen will.
Aber mein Freund der mir die Karre verkaufen will ist ja bei der selben Bank.
Also kein Problem:
Wir fahren gemeinsam in seinem Auto zur Bank.
Ich hebe am Geldautomaten 150.000 Yen ab.
Ich zähle ihm vor: 10.000, 20.000, 30.000, ...
Er steckt die 150.000 Yen wieder zurück in den Geldautomaten (diesmal mit seinem Sparbuch drin).
Wir fahren gemeinsam mit meinem Auto nach Hause.
Aber machen Sie sich nicht vorzeitig über Japan lustig! In anderen Ländern ist das System mindestens genau so kaputt. In den USA zum Beispiel. Wenn sie von Japan nach New York gehen haben Sie also doppelten Spaß.
Wussten Sie bei der Gelegenheit, dass es zwar IBAN (mit "I" wie "International") heißt, das System aber praktisch nur in Europa existiert?
Und so sitze ich da und soll die Kaution für meine Bude im voraus bezahlen. Die Japanische Bank will kein Geld verschicken, in den USA will's keiner annehmen.
Web 2.0 kommt zur Rettung: PayPal erlaubt ja Geldtransfer von Person zu Person, und an der Uni drüben sitzt ein Nerd der auch ein PayPal Konto hat.
Also: von meiner Bank auf mein PayPal Konto, auf sein PayPal Konto (mit netter Gebühr oben drauf, danke auch), auf sein Bank Konto, in seine Hand, in die Hand der Vermieterin.
Aber hey: das muss so kompliziert sein, wegen der Geldwäsche-Gesetze. Sonst könnte ja ein Japanischer Drogenbaron plötzlich Mieten in New York zahlen...
Geld verschieben, zweiter Akt: Geld nach Japan schicken.
Wie gesagt: IBAN ist nicht. Die Japanische Bank gibt einen etwas umständlichen Umweg über eine "Vermittler-Bank" an. Ich frage mal bei meiner Bank nach. Die schicken mir ein paar Unterlagen zum ausfüllen. Ich glaube zwar, dass das die falschen Unterlagen sind, aber ich fülle sie so gut wie's geht aus und schicke sie der Bank. Waren wohl wirklich die falschen Unterlagen, weil: passieren tut nichts.
Zweiter Versuch: wir tun einfach mal so als ob meine Japanische Kontonummer eine IBAN wäre. Zwischen den Zeilen kann man bei meiner Bank rauslesen, dass das klappen könnte.
Also einfach mal mit kleinem Betrag getestet:
Ich überweise: 100 Euronen.
Sie nehmen mir: 132,50 Euronen.
Ankommen tun: 0 Euronen.
Sie müssen verstehen, als Bank heutzutage hat man's nicht leicht. Da muss man schonmal 132,5% Gewinnmarge abziehen. Das verstehe ich schon. Aber immerhin hätte ich gerne eine Aufstellung gehabt. (Eine An-Die-Wand-Stellung wäre auch nicht schlecht...).
Stellt sich heraus dass dero Thaler 12,50 der Bank seien für ihre gnädigen Dienste. 20 Dreckige Dollars nehmen Sie mal mit, falls die Bank drüben geschmiert werden muss. War wohl nicht genug.
Mein Telephon klingelt. Mein Magen kickt die Leber in der freudigen Erwartung gleich einen Schwall Ultra-Höflichkeits-Level Japanisch über mir ausgekippt zu bekommen. Ja, Sie wissen natürlich schon was jetzt kommt, aber mich hat das drei Minuten "Hai? Hai?" gekostet. Also soll ich zur Bank kommen. Dort wissen sie natürlich von nichts. Müssen erstmal in der Zentralstelle anfragen. Irgendwann kriegen sie's dann gebacken und schreiben mir in mein Bank-Buch dass ich jetzt Geld empfangen darf. Also: das schreiben sie da mit Kugelschreiber rein. Super!
Und zwei Tage später ist das Geld tatsächlich da. Zum schlechtesten Wechselkurs den ich den ganzen Monat über gesehen habe. Aber Sie müssen verstehen: als Bank heutzutage...
Mittwoch, 27. Januar 2016
Sonntag, 20. Dezember 2015
Schwerer Ausnahmefehler
Was folgt sind die Aufzeichnungen, wie ein kleiner Fehler meinen Ausflug nach New York kurz vor Schluss noch mal so richtig.... aber lesen sie selbst.
November:
Für die Forschung braucht man ja Versuchs-Kaninchen. Normalerweise verwendet man dafür Informatik-Studenten. Die sind billig, willig und in großen Stückzahlen vorhanden. (Außerdem beschweren sich Tierschützer wenn man echte Kaninchen verwendet.)
In meinem Fall aber forsche ich an Software für 3D Design, also sind meine Kaninchen Künstler die 3D Software verwenden. Leider hat sich immer wieder herausgestellt, dass solche Leute schwer zu kriegen sind. Schließlich arbeiten sie, und zwar nicht zu knapp, und wenn sie nicht gerade arbeiten, dann haben sie auch was besseres vor. Vor allem etwas besseres als in Nara zu wohnen.
Daran krankte es dann auch mit meinen Publikationen: ich habe einfach keine Nutzer-Daten die ich veröffentlichen könnte. In einem knappen halben Jahr konnte ich nur genau zwei Leute auftreiben.
Schließlich haben wir aber einen Kontakt zu einer Kunsthochschule in Kyoto herstellen, und einige Studenten und Lehrer begeistern können. Es ist schwer zu beschreiben wie ich mich freuen kann über 9 Personen, die gute 1.5 Auto-Stunden von mir entfernt sind. Sagen wir's so: keine Leute = keine Veröffentlichung = kein PhD + mögliche Probleme mit dem Stipendium. Kapiert?
Ich stand also während meiner Zeit in New York in engem Kontakt mit dieser Hochschule, um in der kurzen Zeit zwischen meiner Rückkehr nach Japan und den Weihnachtsferien alles über die Bühne zu kriegen. Mir würde genau ein Tag bleiben um dort alles vorzubereiten. Na, das sollte sich schon ausgehen.

Freitag:
Mein letzter Tag an der Columbia-Uni in New York. Dafür habe ich mir etwas besonderes Aufgehoben: in dem kleinen Deli wo ich mir immer meinen Kaffee hole haben sie eine Auslage voller köstlich aussehender Muffins und anderer Amerikanischer Gebäckwaren.
Bisher habe ich mir das immer verkniffen, und gesagt: ein anderes mal. Also heute letzte Chance!
Ich stelle fest, dass ich gar kein Geld mehr im Geldbeutel habe, aber dafür gibt's ja hier überall Geldautomaten.
Der nimmt meine Visa-Karte nicht. Noch ein Versuch. Klappt nicht. Direkt Zahlen mit der Karte funktioniert auch nicht. Ich verlasse den Laden ohne Muffin. Ohne Kaffee. Dafür mit milder Panik.
Stellt sich heraus: meine Prepaid-Kreditkarte ist einfach leer. Ich hatte die Ausgaben für Geschenke usw. einfach unterschätzt. Ich kann sie einfach wieder per Überweisung aufladen, aber in Deutschland ist jetzt schon nach Geschäftsschluss, und bis Montag passiert da gar nix.
Abends besucht mich nochmal ein Freund und wir machen einen Deal: ich zahle für die UBahn (auf meiner UBahn-Karte ist noch etwas übrig), er für das Bier. Wir haben einen netten letzten Abend in Downtown Manhatten. Dabei stelle ich fest, dass mein Handy keine Verbindung mehr kriegt. Ach ja, klar: war ein 1-Monats-Vertrag. Der ist jetzt natürlich genau aus. Kein Problem, brauch ich ja nicht mehr.

Samstag:
Alles war schon gepackt, damit ich Morgens einfach nur noch raus-maschieren muss. Das Geld auf der UBahn-Karte reicht noch um zum Flughafen zu kommen. Also brauche ich jetzt auch kein Geld mehr. Ich komme gut durch und pünktlich am Flughafen an. Also hat doch alles geklappt (bis auf den Muffin). Ende der Geschichte.
Irgendwas stimmt nicht.
Mein Flug hat Verspätung.
Außerdem hat er die falsche Nummer.
Ich gucke nochmal auf meinen Plan. Airport: New York, steht da. Gar nicht "JFK".
Der einzige andere Flughafen in New York ist LaGuardia, und der ist nur national.
Airport: New York, Newark, steht da.
Plötzlicher Druckabfall in meinem Kopf! Wo ist die Sauerstoff-Maske?
Der Rückflug geht von einem anderen Flughafen... in New Jersey...
Ich habe kein Geld, meine Kreditkarte ist gesperrt, meine UBahn-Karte ist leer, mein Handy-Vertrag abgelaufen, mein US-Visum läuft heute Nacht aus und wenn ich übermorgen nicht in Japan bin stecke ich ganz tief im Dreck.
Ruhig bleiben, die Leute am Schalter fragen. Der Flieger der von hier aus geht ist wohl schon voll, außer ich kaufe ein Business-Class ticket. Außerdem reicht die Zeit in Peking zum umsteigen nicht. Ich müsste also den Anschlussflug umbuchen... ist alles etwas schwierig wenn man für nichts bezahlen kann.
Das WLAN am JFK ist auch nicht kostenlos. Für eine halbe Stunde kann man die langsamste Option kostenlos antesten. Ich versuche meine Familie auf Skype anzurufen, aber die Verbindung ist so schlecht, dass kein einziges Wort durchkommt. Schließlich kommt mir die Idee einfach meine Handy-Nummer als Textnachricht zu schicken: vielleicht kann ich ja immer noch angerufen werden.
Bange Minuten in denen das Handy nicht klingelt. Kam die Nachricht nicht an? Kommen sie nicht durch? Endlich vibriert das Drecksding!
Ich erkläre (mit dezent aufgelöster Stimme) die Situation. Nach kurzem Kriegsrat was wir jetzt am besten machen können sie mir online einen anderen Flug buchen, sogar noch am selben Tag. Ich bin gerettet...
Und so beginnen 12 Stunden Wartezeit am Flughafen, mit schwerem Gepäck, ohne Geld und ohne Internet, dafür mit dem Gedanken, dass ich die 720 Euro für das Ticket baldmöglichst zurück zahlen sollte.
November:
Für die Forschung braucht man ja Versuchs-Kaninchen. Normalerweise verwendet man dafür Informatik-Studenten. Die sind billig, willig und in großen Stückzahlen vorhanden. (Außerdem beschweren sich Tierschützer wenn man echte Kaninchen verwendet.)
In meinem Fall aber forsche ich an Software für 3D Design, also sind meine Kaninchen Künstler die 3D Software verwenden. Leider hat sich immer wieder herausgestellt, dass solche Leute schwer zu kriegen sind. Schließlich arbeiten sie, und zwar nicht zu knapp, und wenn sie nicht gerade arbeiten, dann haben sie auch was besseres vor. Vor allem etwas besseres als in Nara zu wohnen.
Daran krankte es dann auch mit meinen Publikationen: ich habe einfach keine Nutzer-Daten die ich veröffentlichen könnte. In einem knappen halben Jahr konnte ich nur genau zwei Leute auftreiben.
Schließlich haben wir aber einen Kontakt zu einer Kunsthochschule in Kyoto herstellen, und einige Studenten und Lehrer begeistern können. Es ist schwer zu beschreiben wie ich mich freuen kann über 9 Personen, die gute 1.5 Auto-Stunden von mir entfernt sind. Sagen wir's so: keine Leute = keine Veröffentlichung = kein PhD + mögliche Probleme mit dem Stipendium. Kapiert?
Ich stand also während meiner Zeit in New York in engem Kontakt mit dieser Hochschule, um in der kurzen Zeit zwischen meiner Rückkehr nach Japan und den Weihnachtsferien alles über die Bühne zu kriegen. Mir würde genau ein Tag bleiben um dort alles vorzubereiten. Na, das sollte sich schon ausgehen.

Freitag:
Mein letzter Tag an der Columbia-Uni in New York. Dafür habe ich mir etwas besonderes Aufgehoben: in dem kleinen Deli wo ich mir immer meinen Kaffee hole haben sie eine Auslage voller köstlich aussehender Muffins und anderer Amerikanischer Gebäckwaren.
Bisher habe ich mir das immer verkniffen, und gesagt: ein anderes mal. Also heute letzte Chance!
Ich stelle fest, dass ich gar kein Geld mehr im Geldbeutel habe, aber dafür gibt's ja hier überall Geldautomaten.
Der nimmt meine Visa-Karte nicht. Noch ein Versuch. Klappt nicht. Direkt Zahlen mit der Karte funktioniert auch nicht. Ich verlasse den Laden ohne Muffin. Ohne Kaffee. Dafür mit milder Panik.
Stellt sich heraus: meine Prepaid-Kreditkarte ist einfach leer. Ich hatte die Ausgaben für Geschenke usw. einfach unterschätzt. Ich kann sie einfach wieder per Überweisung aufladen, aber in Deutschland ist jetzt schon nach Geschäftsschluss, und bis Montag passiert da gar nix.
Abends besucht mich nochmal ein Freund und wir machen einen Deal: ich zahle für die UBahn (auf meiner UBahn-Karte ist noch etwas übrig), er für das Bier. Wir haben einen netten letzten Abend in Downtown Manhatten. Dabei stelle ich fest, dass mein Handy keine Verbindung mehr kriegt. Ach ja, klar: war ein 1-Monats-Vertrag. Der ist jetzt natürlich genau aus. Kein Problem, brauch ich ja nicht mehr.

Samstag:
Alles war schon gepackt, damit ich Morgens einfach nur noch raus-maschieren muss. Das Geld auf der UBahn-Karte reicht noch um zum Flughafen zu kommen. Also brauche ich jetzt auch kein Geld mehr. Ich komme gut durch und pünktlich am Flughafen an. Also hat doch alles geklappt (bis auf den Muffin). Ende der Geschichte.
Irgendwas stimmt nicht.
Mein Flug hat Verspätung.
Außerdem hat er die falsche Nummer.
Ich gucke nochmal auf meinen Plan. Airport: New York, steht da. Gar nicht "JFK".
Der einzige andere Flughafen in New York ist LaGuardia, und der ist nur national.
Airport: New York, Newark, steht da.
Plötzlicher Druckabfall in meinem Kopf! Wo ist die Sauerstoff-Maske?
Der Rückflug geht von einem anderen Flughafen... in New Jersey...
Ich habe kein Geld, meine Kreditkarte ist gesperrt, meine UBahn-Karte ist leer, mein Handy-Vertrag abgelaufen, mein US-Visum läuft heute Nacht aus und wenn ich übermorgen nicht in Japan bin stecke ich ganz tief im Dreck.
Ruhig bleiben, die Leute am Schalter fragen. Der Flieger der von hier aus geht ist wohl schon voll, außer ich kaufe ein Business-Class ticket. Außerdem reicht die Zeit in Peking zum umsteigen nicht. Ich müsste also den Anschlussflug umbuchen... ist alles etwas schwierig wenn man für nichts bezahlen kann.
Das WLAN am JFK ist auch nicht kostenlos. Für eine halbe Stunde kann man die langsamste Option kostenlos antesten. Ich versuche meine Familie auf Skype anzurufen, aber die Verbindung ist so schlecht, dass kein einziges Wort durchkommt. Schließlich kommt mir die Idee einfach meine Handy-Nummer als Textnachricht zu schicken: vielleicht kann ich ja immer noch angerufen werden.
Bange Minuten in denen das Handy nicht klingelt. Kam die Nachricht nicht an? Kommen sie nicht durch? Endlich vibriert das Drecksding!
Ich erkläre (mit dezent aufgelöster Stimme) die Situation. Nach kurzem Kriegsrat was wir jetzt am besten machen können sie mir online einen anderen Flug buchen, sogar noch am selben Tag. Ich bin gerettet...
Und so beginnen 12 Stunden Wartezeit am Flughafen, mit schwerem Gepäck, ohne Geld und ohne Internet, dafür mit dem Gedanken, dass ich die 720 Euro für das Ticket baldmöglichst zurück zahlen sollte.
Dienstag, 24. November 2015
Vervorurteilt
Also, um ganz ehrlich zu sein: besonders scharf war ich eigentlich nicht darauf, herzukommen.
Soo großer Amerika-Fan bin ich nie gewesen. Zwar war ich schonmal da, und das war auch super, es war aber auch als kleiner Bub, reiner Tourist, und vor dem 11. September 2001.
Alles was ich danach aus den USA gehört habe war eher beunruhigend: Bürgerrechtsverletzungen, Gewalt, Rassismus, Krieg, noch mehr Gewalt, Umweltverschmutzung, Folter, Massenüberwachung.
Dementsprechend waren meine Erwartungen nicht die besten.
Aber das schöne daran trotzdem zu gehen: man kann seine Vorurteile bestätigen!
... wenn man denn kann.
"Also da wo du wohnst, da solltest du Abends besser nicht mehr auf die Straße gehen", sagt mir ein Freund, der lange selbst in New York gelebt hat. Ja super: als freiheitsliebende Nachteule ist eine Ausgangssperre genau das was ich hören will. Zu allem Überfluss stecke ich auch noch so lange in der Passkontrolle fest, dass ich erst Nachts ankomme, übermüdet und mit schweren Taschen. Mist. Einen guten Eindruck macht die Gegend auch nicht. Dunkel und dreckig. An jeder Straßenecke lungern Gruppen von Männern herum. Mist, mist, mist, wo ist das verdammte Haus. Zweimal in die falsche Richtung gelaufen. Endlich gefunden! Safe!
Die Vermieterin gefragt ob man hier Nachts vorsichtig sein muss. Muss man scheinbar nicht, wie ich auch noch am selben Abend bei einem entspannteren zweiten Blick feststellen kann.
Die Autos sind hier viel zu schön und unversehrt als dass echte Ghetto-Stimmung aufkommen könnte. Die Leute die an auf der Straße herumlungern tun das wohl aus rein sozialen Gründen. Generell sind alle recht freundlich. Sprechen halt kein Englisch - scheint das Mexikaner-Viertel zu sein. Da muss man halt mit Handzeichen nachhelfen um dem Verkäufer zu sagen wie er das Fleisch schneiden soll. Dafür schneidet er es mir netterweise dann auch genau so wie ich es gestikuliert habe.
Oh, wo wir schon beim Essen waren: Amerikaner sind ja gerne Zielscheibe des Spottes für ihr Übergewichtsproblem. Zumindest hier in New York kann ich das nicht bestätigen. Eher im Gegenteil: die Supermärkte sind voller Health-Food. Besonders der Proteingehalt von Essen ist hier wichtig und oft angepriesen. Protein-Shakes gehören hier zur Standard-Ausstattung jedes kleinen Supermarktes. Bis zu dem Punkt, dass sogar Starbucks Protein-Kaffees verkauft. Das erklärt auch wo die Leute die ich so im Gym treffe ihre Monster Muckis herhaben. Hab ich Monster gesagt? Den RedBull-Ersatz-Energydrink "Monster" gibt es hier auch in einer Protein Variante.
Okay, natürlich gibt es auch dicke Leute, und genug ungesundes Zeug dass die Essen können. Während Deutsche und Japanische Supermärke immer dieselben 4-5 Schokoriegel anbieten gibt's hier ganze Regale voll von Süßigkeiten die ich noch nie gesehen habe. Und Toast der Praktisch Kuchen ist, komplett mit Rosinen drin. Und zum draufschmieren gibts Marschmellows.
Bevor ich wieder gehe werde mache ich mal einen Fress-Tag wo ich das alles durchprobiere. Wenn ich danach noch tippen kann, berichte ich darüber.
Soo großer Amerika-Fan bin ich nie gewesen. Zwar war ich schonmal da, und das war auch super, es war aber auch als kleiner Bub, reiner Tourist, und vor dem 11. September 2001.
Alles was ich danach aus den USA gehört habe war eher beunruhigend: Bürgerrechtsverletzungen, Gewalt, Rassismus, Krieg, noch mehr Gewalt, Umweltverschmutzung, Folter, Massenüberwachung.
Dementsprechend waren meine Erwartungen nicht die besten.
Aber das schöne daran trotzdem zu gehen: man kann seine Vorurteile bestätigen!
... wenn man denn kann.
Erster Blick aus meinem Fenster auf den Broadway. Der Broadway ist so lang, dass "am Broadway wohnen" sowohl Luxus als auch Armut bedeuten kann. Je höher die Hausnummer desto schlechter.
"Also da wo du wohnst, da solltest du Abends besser nicht mehr auf die Straße gehen", sagt mir ein Freund, der lange selbst in New York gelebt hat. Ja super: als freiheitsliebende Nachteule ist eine Ausgangssperre genau das was ich hören will. Zu allem Überfluss stecke ich auch noch so lange in der Passkontrolle fest, dass ich erst Nachts ankomme, übermüdet und mit schweren Taschen. Mist. Einen guten Eindruck macht die Gegend auch nicht. Dunkel und dreckig. An jeder Straßenecke lungern Gruppen von Männern herum. Mist, mist, mist, wo ist das verdammte Haus. Zweimal in die falsche Richtung gelaufen. Endlich gefunden! Safe!
Die Vermieterin gefragt ob man hier Nachts vorsichtig sein muss. Muss man scheinbar nicht, wie ich auch noch am selben Abend bei einem entspannteren zweiten Blick feststellen kann.
Die Autos sind hier viel zu schön und unversehrt als dass echte Ghetto-Stimmung aufkommen könnte. Die Leute die an auf der Straße herumlungern tun das wohl aus rein sozialen Gründen. Generell sind alle recht freundlich. Sprechen halt kein Englisch - scheint das Mexikaner-Viertel zu sein. Da muss man halt mit Handzeichen nachhelfen um dem Verkäufer zu sagen wie er das Fleisch schneiden soll. Dafür schneidet er es mir netterweise dann auch genau so wie ich es gestikuliert habe.
Über solche Kellereingänge werden die allgegenwärtigen "Deli" Mini-Märkte bestückt. Fast wie Japanische Konbinis oder deutsche Tankstellen, nur etwas schmutziger. Dafür können sie hier auch kein Englisch. Fühlt man sich also gleich wie zuhause.
Oh, wo wir schon beim Essen waren: Amerikaner sind ja gerne Zielscheibe des Spottes für ihr Übergewichtsproblem. Zumindest hier in New York kann ich das nicht bestätigen. Eher im Gegenteil: die Supermärkte sind voller Health-Food. Besonders der Proteingehalt von Essen ist hier wichtig und oft angepriesen. Protein-Shakes gehören hier zur Standard-Ausstattung jedes kleinen Supermarktes. Bis zu dem Punkt, dass sogar Starbucks Protein-Kaffees verkauft. Das erklärt auch wo die Leute die ich so im Gym treffe ihre Monster Muckis herhaben. Hab ich Monster gesagt? Den RedBull-Ersatz-Energydrink "Monster" gibt es hier auch in einer Protein Variante.
Die $1.39 betreffen den Kaffee darunter. So billig ist das Leben hier nicht.
Okay, natürlich gibt es auch dicke Leute, und genug ungesundes Zeug dass die Essen können. Während Deutsche und Japanische Supermärke immer dieselben 4-5 Schokoriegel anbieten gibt's hier ganze Regale voll von Süßigkeiten die ich noch nie gesehen habe. Und Toast der Praktisch Kuchen ist, komplett mit Rosinen drin. Und zum draufschmieren gibts Marschmellows.
Bevor ich wieder gehe werde mache ich mal einen Fress-Tag wo ich das alles durchprobiere. Wenn ich danach noch tippen kann, berichte ich darüber.
Das ist die Brotaufstrich-Abteilung. Die Schokostreusel da links sind also auch fürs Brot gedacht.
Samstag, 7. November 2015
Fernwest
In Japan wird ja jeder Student der kein Japaner ist als "Austausch-Student" (留学生) bezeichnet, selbst wenn er ganz normal eingeschrieben ist und an überhaupt gar keinem Austauschprogramm teilnimmt, selbst Leute mit Dauer-Visum die schon seit Jahren hier leben. Ist halt so.
Also bin ich, um dem ganzen einen Twist zu geben, mal ins Ausland gegangen, als Austausch vom Austausch (der gar kein Austausch ist), und zwar nach New York.
Und das kam so:
Unser neuer Hilfs-Professor ist.. naja, also... mit dem wird einem nicht langweilig. Und er hat immer große Pläne und feste (neue) Meinungen.
Sein neuester Plan: um weltweit ganz vorn mit dabei zu sein müssen wir regelmäßig Studenten ins Ausland schicken. Ist wohl so eine Networking Sache.
Ich muss dabei an den Geschichtsunterricht denken, als man im Mittelalter Politik betrieben hat, indem die Adeligen ihre Töchter an fremde Königshäuser verheiratet haben um einen Fuß in die Tür zu kriegen. Ich werde also als Prinzessin an einen berühmten Professor an der Columbia University verschachert.
Ist mir recht - etwas Tapetenwechsel kann man gut gebrauchen.
So einfach geht das aber natürlich nicht. Erstmal muss man sich durch die Bürokratie durchwursten und ein Visum kriegen. Wieso ein Visum? Als Deutscher kann ich doch auch so für ein paar Wochen in die Staaten, oder? Ja, aber dann kann die Uni mich nicht offiziell als Austauschstudenten (genauer gesagt: "Short-term Scholar") annehmen. Nicht dass sie mir Geld zahlen würden (Hallo, Mitgift funktioniert anders 'rum!), aber ohne Papierkrieg macht's keinen Spaß.
Also Formulare ausfüllen, Gebühren zahlen, zum Konsulat gehen.
Vom Konsulat wieder weggeschickt werden weil man was falsch gemacht hat und der Passierschein A38 fehlt. Zwischen zwei Konferenzen im Starbucks sitzen und 99Fragen über mich beantworten, die ich selber gar nicht über mich weiß, und daher meinen eigenen Lebenslauf herauskramen muss.
Wieder zum Konsulat gehen, reingelassen werden. Typisch Amerikanisch ist das Ding eine Festung. Nichmal mein Handy lassen sie mir. Nach 3 Minuten "Interview" (dass mich ne Stange Geld gekostet hat) dann die gute Nachricht: Visum wird erstellt.
Westen, ich komme.
Nur das der Westen hier im Osten ist. Obwohl ich über Peking fliege (Air China war mal wieder billigste Option), ist die Flugroute über Alaska und Kanada der kürzere Weg. Ich fliege also nochmal an Japan vorbei, und komme eine halbe Stunde später in New York an.
Normalerweise fliegen Flugzeuge ja nicht schneller als die Erdrotation, aber da ich jetzt nach Osten fliege (also über die Datumsgrenze) gelingt mir beinahe ein Zeitsprung: Abflug 13:00Uhr, Ankunft 13:30.
Von Sitznachbarn mit kleiner Blase und dauer-weinenden Babys nur unwesentlich angeschlagen stehe ich noch eine gute Stunde in der Schlage um mein Visum angeschaut zu bekommen. Irgendwann zieht mich jemand aus der Reihe und stellt mich in eine extra Schlage: sie wollen die Leute aus dem AirChina Flug endlich durch die Schleuse haben, damit wir unser Gepäck endlich vom Gepäckband nehmen. Naja, mir solls recht sein.
Und so komme ich erst gegen 18:00 in meiner neuen Bleibe an...
Also bin ich, um dem ganzen einen Twist zu geben, mal ins Ausland gegangen, als Austausch vom Austausch (der gar kein Austausch ist), und zwar nach New York.
Und das kam so:
Unser neuer Hilfs-Professor ist.. naja, also... mit dem wird einem nicht langweilig. Und er hat immer große Pläne und feste (neue) Meinungen.
Sein neuester Plan: um weltweit ganz vorn mit dabei zu sein müssen wir regelmäßig Studenten ins Ausland schicken. Ist wohl so eine Networking Sache.
Ich muss dabei an den Geschichtsunterricht denken, als man im Mittelalter Politik betrieben hat, indem die Adeligen ihre Töchter an fremde Königshäuser verheiratet haben um einen Fuß in die Tür zu kriegen. Ich werde also als Prinzessin an einen berühmten Professor an der Columbia University verschachert.
Ist mir recht - etwas Tapetenwechsel kann man gut gebrauchen.
So einfach geht das aber natürlich nicht. Erstmal muss man sich durch die Bürokratie durchwursten und ein Visum kriegen. Wieso ein Visum? Als Deutscher kann ich doch auch so für ein paar Wochen in die Staaten, oder? Ja, aber dann kann die Uni mich nicht offiziell als Austauschstudenten (genauer gesagt: "Short-term Scholar") annehmen. Nicht dass sie mir Geld zahlen würden (Hallo, Mitgift funktioniert anders 'rum!), aber ohne Papierkrieg macht's keinen Spaß.
Also Formulare ausfüllen, Gebühren zahlen, zum Konsulat gehen.
Vom Konsulat wieder weggeschickt werden weil man was falsch gemacht hat und der Passierschein A38 fehlt. Zwischen zwei Konferenzen im Starbucks sitzen und 99Fragen über mich beantworten, die ich selber gar nicht über mich weiß, und daher meinen eigenen Lebenslauf herauskramen muss.
Wieder zum Konsulat gehen, reingelassen werden. Typisch Amerikanisch ist das Ding eine Festung. Nichmal mein Handy lassen sie mir. Nach 3 Minuten "Interview" (dass mich ne Stange Geld gekostet hat) dann die gute Nachricht: Visum wird erstellt.
Westen, ich komme.
Nur das der Westen hier im Osten ist. Obwohl ich über Peking fliege (Air China war mal wieder billigste Option), ist die Flugroute über Alaska und Kanada der kürzere Weg. Ich fliege also nochmal an Japan vorbei, und komme eine halbe Stunde später in New York an.
Normalerweise fliegen Flugzeuge ja nicht schneller als die Erdrotation, aber da ich jetzt nach Osten fliege (also über die Datumsgrenze) gelingt mir beinahe ein Zeitsprung: Abflug 13:00Uhr, Ankunft 13:30.
Von Sitznachbarn mit kleiner Blase und dauer-weinenden Babys nur unwesentlich angeschlagen stehe ich noch eine gute Stunde in der Schlage um mein Visum angeschaut zu bekommen. Irgendwann zieht mich jemand aus der Reihe und stellt mich in eine extra Schlage: sie wollen die Leute aus dem AirChina Flug endlich durch die Schleuse haben, damit wir unser Gepäck endlich vom Gepäckband nehmen. Naja, mir solls recht sein.
Und so komme ich erst gegen 18:00 in meiner neuen Bleibe an...
(Nein, dass ist nicht meine neue Bleibe.)
Freitag, 30. Oktober 2015
Discount Human Transportation
Ha! Leibes-transport. So sehe ich das. Ich zahle die dafür, dass sie meinen physischen Leib nehmen und woanders wieder abladen, möglichst unversehrt.
Erste Klasse? Beinfreiheit? Service? Ha, die paar Stunden überlebe ich auch im Gepäckabteil wenns sein muss. Da spar' ich mir lieber das Geld und investiere das in... aber davon ein Andermal mehr. Hier gehts darum billig von A nach B zu kommen!
Damit habe ich schon 2010 Angefangen, als ich einen Freund im ~600km Entfernten Fukuoka besuchen wollte. Zug Tickets über solche Distanzen sind natürlich teuer. Aber ich finde ein Schlupfloch: für deutlich weniger Zaster gibt's ein "Fahr-so-viel-du-willst" Ticket. Die heißen: "Frühling des Lebens 18"-Tickets. Und auch wenn man nicht mehr 18 sein muss um das Ding zu kaufen zu können, ganz Grundlos ist das nicht. Der Haken nämlich: damit darf man nur reguläre Züge (sprich: S-Bahn) fahren, keine Inter-Citys. Man tauscht also seine Jugend (=Zeit) dafür ein billig überall hin zu kommen.
In meinem Fall einen ganzen Tag: ich fahre früh Morgens mit dem ersten Zug los und bin den ganzen Tag unterwegs. Die Landschaft zieht langsam an mir vorbei, was ich eigentlich ganz nett finde. Sieht man mal was vom Land. Und Leute. Ich scheine nicht der einzige zu sein der diesen Trick versucht. Das fällt mir Mittags auf, als ich in der Endhaltestelle einer Linie ankomme, die - von der anderen Seite - die Endhaltestelle einer anderen Linie ist. Sprich: ich bin im letzten Kaff. Trotzdem ist der Zug gut gefüllt. Und genau wie ich fangen alle sofort das Rennen an um in den 7 Minuten bis zum Anschlusszug im nahegelegenen Supermark Mittagessen zu kaufen. Und so sitzen wir alle in der Bimmelbahn und essen Lunch-Boxen... okay, vielleicht nicht alle, aber ich hab's geschafft.
Aber natürlich sagen Sie: Zeit ist doch Geld. Da spart man ja gar nicht. Da gibts einen noch besseren Trick: Abends hier einschlafen, Morgens dort aufwachen: der Nachtbus! Von 12:00 bis 6:00 hatte ich eh nix anderes vor als schlafen. Okay, ob ich wirklich schlafen kann hängt von mehreren Faktoren ab. Vor allem auch vom Sitznachbarn.
Aber ich hab da meine Routine, da kann fast nix schiefgehen: am Abend nochmal Sport, vor der Abfahrt ein Bierchen, dann Zähne putzen, Kopfhörer rein, mit einem Hörbuch. Am besten ein Fachbuch, dass man schon öfter gehört hat. Was trockenes.
Das letzte mal habe ich dann so gut geschlafen, dass ich im Traum nochmal eingeschlafen bin. Das war dann verwirrend aufzuwachen, und festzustellen dass ich ja nochmal aufwachen muss.
Tolle Sache, öffentliche Verkehrsmittel, nicht wahr? Naja, nicht immer. In letzter Zeit habe ich angefangen mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Vom meinem Reisfeld aus dauert das ungefähr genau so lange, und hat drei schlagkräftige Vorteile:
Erstens ist es etwas billiger (zumindest mit meinem Mini-Töff-Töff).
Zweites muss ich mich nicht an Bus- oder Zugpläne halten. Wie oft hat mich der letzte Zug schon vorzeitig aus einem großartigen Abend gerissen? Jetzt kann ich ganz entspannt bleiben und notfalls sogar Freunde (oder neue Bekanntschaften) Heim fahren.
Drittens kann ich nicht trinken. Jaja, zuerst hab ich auch gedacht, dass das ein Nachteil ist, habe aber meine Meinung geändert.Sonst fehlt mir ja nach jedem Bier die Ausrede und die Willenskraft, genau jetzt aufzuhören, anstatt noch eine Halbe.... und die sind hier ja eh keine halben, nur so kleine 3/4 pints... und Zack, wieder mehr getrunken als ich wollte. Und darüber den letzten Zug verpasst. Und zu viel Geld für Züge ausgegeben... also das nächste mal doch wieder mit dem Auto.
Erste Klasse? Beinfreiheit? Service? Ha, die paar Stunden überlebe ich auch im Gepäckabteil wenns sein muss. Da spar' ich mir lieber das Geld und investiere das in... aber davon ein Andermal mehr. Hier gehts darum billig von A nach B zu kommen!
Damit habe ich schon 2010 Angefangen, als ich einen Freund im ~600km Entfernten Fukuoka besuchen wollte. Zug Tickets über solche Distanzen sind natürlich teuer. Aber ich finde ein Schlupfloch: für deutlich weniger Zaster gibt's ein "Fahr-so-viel-du-willst" Ticket. Die heißen: "Frühling des Lebens 18"-Tickets. Und auch wenn man nicht mehr 18 sein muss um das Ding zu kaufen zu können, ganz Grundlos ist das nicht. Der Haken nämlich: damit darf man nur reguläre Züge (sprich: S-Bahn) fahren, keine Inter-Citys. Man tauscht also seine Jugend (=Zeit) dafür ein billig überall hin zu kommen.
In meinem Fall einen ganzen Tag: ich fahre früh Morgens mit dem ersten Zug los und bin den ganzen Tag unterwegs. Die Landschaft zieht langsam an mir vorbei, was ich eigentlich ganz nett finde. Sieht man mal was vom Land. Und Leute. Ich scheine nicht der einzige zu sein der diesen Trick versucht. Das fällt mir Mittags auf, als ich in der Endhaltestelle einer Linie ankomme, die - von der anderen Seite - die Endhaltestelle einer anderen Linie ist. Sprich: ich bin im letzten Kaff. Trotzdem ist der Zug gut gefüllt. Und genau wie ich fangen alle sofort das Rennen an um in den 7 Minuten bis zum Anschlusszug im nahegelegenen Supermark Mittagessen zu kaufen. Und so sitzen wir alle in der Bimmelbahn und essen Lunch-Boxen... okay, vielleicht nicht alle, aber ich hab's geschafft.
Aber natürlich sagen Sie: Zeit ist doch Geld. Da spart man ja gar nicht. Da gibts einen noch besseren Trick: Abends hier einschlafen, Morgens dort aufwachen: der Nachtbus! Von 12:00 bis 6:00 hatte ich eh nix anderes vor als schlafen. Okay, ob ich wirklich schlafen kann hängt von mehreren Faktoren ab. Vor allem auch vom Sitznachbarn.
Aber ich hab da meine Routine, da kann fast nix schiefgehen: am Abend nochmal Sport, vor der Abfahrt ein Bierchen, dann Zähne putzen, Kopfhörer rein, mit einem Hörbuch. Am besten ein Fachbuch, dass man schon öfter gehört hat. Was trockenes.
Das letzte mal habe ich dann so gut geschlafen, dass ich im Traum nochmal eingeschlafen bin. Das war dann verwirrend aufzuwachen, und festzustellen dass ich ja nochmal aufwachen muss.
Tolle Sache, öffentliche Verkehrsmittel, nicht wahr? Naja, nicht immer. In letzter Zeit habe ich angefangen mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Vom meinem Reisfeld aus dauert das ungefähr genau so lange, und hat drei schlagkräftige Vorteile:
Erstens ist es etwas billiger (zumindest mit meinem Mini-Töff-Töff).
Zweites muss ich mich nicht an Bus- oder Zugpläne halten. Wie oft hat mich der letzte Zug schon vorzeitig aus einem großartigen Abend gerissen? Jetzt kann ich ganz entspannt bleiben und notfalls sogar Freunde (oder neue Bekanntschaften) Heim fahren.
Drittens kann ich nicht trinken. Jaja, zuerst hab ich auch gedacht, dass das ein Nachteil ist, habe aber meine Meinung geändert.Sonst fehlt mir ja nach jedem Bier die Ausrede und die Willenskraft, genau jetzt aufzuhören, anstatt noch eine Halbe.... und die sind hier ja eh keine halben, nur so kleine 3/4 pints... und Zack, wieder mehr getrunken als ich wollte. Und darüber den letzten Zug verpasst. Und zu viel Geld für Züge ausgegeben... also das nächste mal doch wieder mit dem Auto.
Dienstag, 20. Oktober 2015
Japan-Net
So weit weg bin ich ja gar nicht. Dank dem Internet ist die Welt ja viel näher zusammengerückt.
Oder so habe sich Leute das vorgestellt. Denn mir fällt der Unterschied zwischen den Ländern vor allem auch am Internet auf. Ja wir haben hier anderes Internet.
Ich komme also Heim nach Deutschland, mache meinen Computer an und meine Musik ist weg! Okay, war ja auch nie wirklich meine Musik, sagt zumindest die GEMA. Ich hab die einfach nur "ge-streamed" und streaming ist in Deutsch-Netz nicht.
Dafür kann ich jetzt wieder Musik auf Amazon kaufen und runterladen. Okay, das kann ich in Japan auch, aber von da komme ich nicht an meine Musik vom deutschen Amazon ran: Amazon mag das nicht, dass ich mein Deutsches Konto vom Ausland aus verwende. Das hat einen konkreten Grund: Japaner sind noch bereit reichlich viel Geld für CDs hinzulegen, was man auch daran sieht dass es hier noch riesige CD-Läden gibt, wo man unter 15 Öcken nix kriegt, auch keine nicht-Neuware, und rein-hören ist auch nicht drin. Ich versuche Amazon klar zu machen, dass ich ein verwöhntes Deutsches Kindl bin, meine Musik gerne billig und vor-gehört mag. Aber mit meinem Japanischen Internet glauben sie mir das nicht.
Also gehe ich zum Japanischen Amazon, die haben meist die Musik nicht da, oder wenn dann nur als teure Import CD. Also streame ich wieder statt zu kaufen.
Überhaupt halten mich alle für einen Japaner wen ich online bin. Also präsentieren sich fast alle Seiten die ich besuche erstmal auf Japanisch, selbst die von Amerikanischen und Deutschen Firmen. Dann muss ich erstmal wieder suchen, wo ich das umstellen kann. Manchmal kann man das nicht. Das senkt meine Lesegeschwindigkeit um gefühlte 80% und meine Aufmerksamkeitsspanne auf... ach Scheiß drauf! Ich geh wieder Musik streamen. Oder ne Runde zocken. Spiele-Webseiten sind wohl international. Glaubte ich, bis Steam sich weigerte einen Gutschein-Code einzulösen. Das Spiel war in Japan nicht erhältlich. Und mit "in Japan" meinten sie "im Japanischen Internet". Ähnliches gilt natürlich für Filme-Seiten, die uns Japanern entweder ganz versperrt sind, oder nur japanische Filme auf Japanisch anbieten.
Mir hat's dann irgendwann gereicht und ich hab mir einen Tunnel gegraben. Habe ja noch einen Server in Deutschland stehen. Der darf dann für mich Deutsch aussehen, wenn ich im Internet meine Schlitzaugen verstecken muss. Jetzt muss ich noch den umgekehrten Trick schaffen: im Deutschen Internet als Japaner durchzugehen. Manch einer hier brüstet sich damit sich sowieso immer als Amerikaner zu maskieren. Das scheint das non-plus-ulta-Net zu sein, dass die da drüben hinterm Pazifik haben...
Naja, und so hat alles seine Vor- und Nachteile. Bis auf die zwei, drei mal im Jahr, wo es hier kein Internet gibt, und man nur Nachteile hat. Und das kommt so: unsere Uni veranstaltet zwei, drei mal im Jahr einen Stromausfall. Angeblich aus Wartungsgründen. Und dafür wird im vorauseilendem Gehorsam für drei Tage das Internet abgestellt. Wer jetzt denkt:"och, die armen Informatiker...", der bedenke:
(a) den Bio-Tech Leuten verrecken während des Stromausfalls ihre... was immer sie da abscheuliches in ihren Kühlschränken heranzüchten.
(b) es leben auch einige Familien am Campus, und während dem Stromausfall gibt's auch kein Wasser. Jetzt versuchen sie mal ihrer 4Jährigen klar zu machen, dass sie 6 Stunden lang nicht aufs Klo gehen darf.
Also wundern Sie sich nicht wenn dieser Blog irgendwann auf Japanisch ist. Da hat Google sich einfach gedacht: "hey, der wird doch von nem Japaner geschrieben"...
Oder so habe sich Leute das vorgestellt. Denn mir fällt der Unterschied zwischen den Ländern vor allem auch am Internet auf. Ja wir haben hier anderes Internet.
Ich komme also Heim nach Deutschland, mache meinen Computer an und meine Musik ist weg! Okay, war ja auch nie wirklich meine Musik, sagt zumindest die GEMA. Ich hab die einfach nur "ge-streamed" und streaming ist in Deutsch-Netz nicht.
Dafür kann ich jetzt wieder Musik auf Amazon kaufen und runterladen. Okay, das kann ich in Japan auch, aber von da komme ich nicht an meine Musik vom deutschen Amazon ran: Amazon mag das nicht, dass ich mein Deutsches Konto vom Ausland aus verwende. Das hat einen konkreten Grund: Japaner sind noch bereit reichlich viel Geld für CDs hinzulegen, was man auch daran sieht dass es hier noch riesige CD-Läden gibt, wo man unter 15 Öcken nix kriegt, auch keine nicht-Neuware, und rein-hören ist auch nicht drin. Ich versuche Amazon klar zu machen, dass ich ein verwöhntes Deutsches Kindl bin, meine Musik gerne billig und vor-gehört mag. Aber mit meinem Japanischen Internet glauben sie mir das nicht.
Also gehe ich zum Japanischen Amazon, die haben meist die Musik nicht da, oder wenn dann nur als teure Import CD. Also streame ich wieder statt zu kaufen.
Überhaupt halten mich alle für einen Japaner wen ich online bin. Also präsentieren sich fast alle Seiten die ich besuche erstmal auf Japanisch, selbst die von Amerikanischen und Deutschen Firmen. Dann muss ich erstmal wieder suchen, wo ich das umstellen kann. Manchmal kann man das nicht. Das senkt meine Lesegeschwindigkeit um gefühlte 80% und meine Aufmerksamkeitsspanne auf... ach Scheiß drauf! Ich geh wieder Musik streamen. Oder ne Runde zocken. Spiele-Webseiten sind wohl international. Glaubte ich, bis Steam sich weigerte einen Gutschein-Code einzulösen. Das Spiel war in Japan nicht erhältlich. Und mit "in Japan" meinten sie "im Japanischen Internet". Ähnliches gilt natürlich für Filme-Seiten, die uns Japanern entweder ganz versperrt sind, oder nur japanische Filme auf Japanisch anbieten.
Mir hat's dann irgendwann gereicht und ich hab mir einen Tunnel gegraben. Habe ja noch einen Server in Deutschland stehen. Der darf dann für mich Deutsch aussehen, wenn ich im Internet meine Schlitzaugen verstecken muss. Jetzt muss ich noch den umgekehrten Trick schaffen: im Deutschen Internet als Japaner durchzugehen. Manch einer hier brüstet sich damit sich sowieso immer als Amerikaner zu maskieren. Das scheint das non-plus-ulta-Net zu sein, dass die da drüben hinterm Pazifik haben...
Naja, und so hat alles seine Vor- und Nachteile. Bis auf die zwei, drei mal im Jahr, wo es hier kein Internet gibt, und man nur Nachteile hat. Und das kommt so: unsere Uni veranstaltet zwei, drei mal im Jahr einen Stromausfall. Angeblich aus Wartungsgründen. Und dafür wird im vorauseilendem Gehorsam für drei Tage das Internet abgestellt. Wer jetzt denkt:"och, die armen Informatiker...", der bedenke:
(a) den Bio-Tech Leuten verrecken während des Stromausfalls ihre... was immer sie da abscheuliches in ihren Kühlschränken heranzüchten.
(b) es leben auch einige Familien am Campus, und während dem Stromausfall gibt's auch kein Wasser. Jetzt versuchen sie mal ihrer 4Jährigen klar zu machen, dass sie 6 Stunden lang nicht aufs Klo gehen darf.
Also wundern Sie sich nicht wenn dieser Blog irgendwann auf Japanisch ist. Da hat Google sich einfach gedacht: "hey, der wird doch von nem Japaner geschrieben"...
Mittwoch, 30. September 2015
Gehört sich so!
Ich stehe vor dem Getränke-Regal und überlege ob ich mir eine Dose meines Lieblings-Bieres kaufen soll. Der Supermarkt-Jingle im Hintergrund läuft unbeirrt weiter. Bla bla bla irgendwas von fröhlich sein bla bla, trink Alkohol, vergiß deine Sorgen bla bla, MOMENT MAL! Hab ich das gerade richtig gehört?! Ja, habe ich. Schockt mich auch schon gar nicht mehr. Als mir zum ersten Mal ein Japaner (zu allem Überfluß ein Mädchen von höchstens 24 Jahren) erzählte ihr Hobby sei "Alkohol", hab ich noch blöd geguckt. Aber seit dem haben das so viele Leute von sich selbst behauptet, inklusive Universitäts-Professoren.
Nicht daß das Alkoholiker wären. Das Problem ist vielmehr, daß es sich ein Deutschland einfach nicht gehört seinen Alkohol-Konsum als Hobby zu bezeichnen, oder zuzugeben daß man flüssigen Streßabbau betreibt. Klar, fast alle Leute trinken, aber doch nicht als Hobby! Manche werden Connaisseur einer bestimmten Alkohol-Sorte sein, und das Gesöff der Begierde sammeln wie Briefmarken: nur ab und zu dran lecken, zum testen und trainieren der Geschmacksnerven, nicht wegen des Effekts.
Da ist der soziale Druck einfach zu stark ein der Öffentlichkeit ein Bild gutes Bild abzugeben wie sich das gehört.
Natürlich gibst auch hier harte Regeln, was sozial angemessen ist und was nicht. Aber eben andere. Das ist schön, weil man so auch nach Jahren immer mal wieder ge-(Kultur)-schockt werden kann.Das erste mal wenn der etwas ältere Manager im schicken Anzug in der UBahn offen Comics liest, und zwar einen von diesen eher pornographischen Dingern. Scheint keinen zu stören und den Herrn auch nicht besonders zu genieren.
Das zweite mal dann wenn man die Regale voller homoerotischer Comics in den Geschäften findet. Und dann Frauen die die Dinger offen in der UBahn lesen.
Das dritte mal dann wenn einem (wiederholt) Mädchen erzählen, daß sie sich niemals die Bikini-Zone rasieren wundern, weil daß ja voll peinlich sei, wenn man ins Badehaus geht, zur heißen Quelle oder zum duschen nach dem Sport, und untenrum nichts wächst. Am Anfang hab ich noch gefragt was das die Leute denn angeht, und warum das schlimmer ist als auf dem Weg dahin fragwürdige Comics zu lesen. Hab ich aber schnell aufgegeben, weil ich ja auch nicht erklären kann warum das eine unangemessener finde als das andere, und was es mich überhaupt abgeht was die Leute so in der UBahn lesen.
In öffentlichen Verkehrsmitteln hier gibt es sogenannte "Priority-Seats". Also Sitzplätze die für ältere Menschen, Behinderte, Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern reserviert sind.
Vielleicht haben Sie auch in Deutschen Bussen schonmal Zeichen entdeckt, die einen
Ungeschriebene Übereinkunft ist natürlich daß, wenn gerade kein Behinderter da ist, jedermann den Sitz haben kann. Soweit gleich in beiden Ländern. Ungeschriebene Übereinkunft ist natürlich auch, daß man dem Behinderten wenn er denn kommt den eigenen Sitzplatz anbietet, egal wo. Naja, damit divergieren die Übereinkünfte dann: wenn es kein "Priority Seat" ist, geben Japaner für gewöhnlich ihren Sitzplatz nicht auf. Entsprechend überrascht waren dann auch alle Omis und Opis, als ich ihnen meinen Platz angeboten habe. Ich weiß bis heute nicht ob ich damit irgendwen beleidige (den Opa oder die anderen Fahrgäste). Ist mir aber auch egal. Assimilation hat Grenzen.
Nicht daß das Alkoholiker wären. Das Problem ist vielmehr, daß es sich ein Deutschland einfach nicht gehört seinen Alkohol-Konsum als Hobby zu bezeichnen, oder zuzugeben daß man flüssigen Streßabbau betreibt. Klar, fast alle Leute trinken, aber doch nicht als Hobby! Manche werden Connaisseur einer bestimmten Alkohol-Sorte sein, und das Gesöff der Begierde sammeln wie Briefmarken: nur ab und zu dran lecken, zum testen und trainieren der Geschmacksnerven, nicht wegen des Effekts.
Da ist der soziale Druck einfach zu stark ein der Öffentlichkeit ein Bild gutes Bild abzugeben wie sich das gehört.
Natürlich gibst auch hier harte Regeln, was sozial angemessen ist und was nicht. Aber eben andere. Das ist schön, weil man so auch nach Jahren immer mal wieder ge-(Kultur)-schockt werden kann.Das erste mal wenn der etwas ältere Manager im schicken Anzug in der UBahn offen Comics liest, und zwar einen von diesen eher pornographischen Dingern. Scheint keinen zu stören und den Herrn auch nicht besonders zu genieren.
Das zweite mal dann wenn man die Regale voller homoerotischer Comics in den Geschäften findet. Und dann Frauen die die Dinger offen in der UBahn lesen.
Das dritte mal dann wenn einem (wiederholt) Mädchen erzählen, daß sie sich niemals die Bikini-Zone rasieren wundern, weil daß ja voll peinlich sei, wenn man ins Badehaus geht, zur heißen Quelle oder zum duschen nach dem Sport, und untenrum nichts wächst. Am Anfang hab ich noch gefragt was das die Leute denn angeht, und warum das schlimmer ist als auf dem Weg dahin fragwürdige Comics zu lesen. Hab ich aber schnell aufgegeben, weil ich ja auch nicht erklären kann warum das eine unangemessener finde als das andere, und was es mich überhaupt abgeht was die Leute so in der UBahn lesen.
"Explosions-Kauf - Wie Sie an Chinesen verkaufen", titelt dieses dieses Buch sehr direkt. Hatte leider keine Zeit rein zu lesen um herauszufinden was den Chinesen so zum Kauf anregt, aber Rassenfragen recht direkt anzusprechen gehört hier zum guten Ton.
In öffentlichen Verkehrsmitteln hier gibt es sogenannte "Priority-Seats". Also Sitzplätze die für ältere Menschen, Behinderte, Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern reserviert sind.
Vielleicht haben Sie auch in Deutschen Bussen schonmal Zeichen entdeckt, die einen
Ungeschriebene Übereinkunft ist natürlich daß, wenn gerade kein Behinderter da ist, jedermann den Sitz haben kann. Soweit gleich in beiden Ländern. Ungeschriebene Übereinkunft ist natürlich auch, daß man dem Behinderten wenn er denn kommt den eigenen Sitzplatz anbietet, egal wo. Naja, damit divergieren die Übereinkünfte dann: wenn es kein "Priority Seat" ist, geben Japaner für gewöhnlich ihren Sitzplatz nicht auf. Entsprechend überrascht waren dann auch alle Omis und Opis, als ich ihnen meinen Platz angeboten habe. Ich weiß bis heute nicht ob ich damit irgendwen beleidige (den Opa oder die anderen Fahrgäste). Ist mir aber auch egal. Assimilation hat Grenzen.
In diesem "Prioity Seat" scheint das ungeborene Kind bereits WLAN zu haben.
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