Ich schreibe hier ja immer über die großen und kleinen Probleme die ich so habe: mit der Sprache, mit den Leuten, mit dem Alltag.
Der Grund dafür ist ganz einfach: man kann leichter lustiges Zeug schreiben, wenn Dinge nicht glatt gehen. Dinge die gut laufen sind ein bisschen langweilig.
Um dem Eindruck: "es ist alles ganz furchtbar hier" entgegenzuwirken, jetzt mal eine Sammlung an Dingen mit denen es hier mal überhaupt keine Probleme gibt.
Diebstahl:
Seit einiger Zeit ist es hier Mode für Jungs, diese langen Geldbeutel zu verwenden, wie Kellner sie manchmal haben. Die sind etwa 25cm lang. Man(n) steckt sie dann in die Gesäßtasche. Die Gesäßtasche ist etwa 12cm tief. Sie sehen das Problem?
Eine solche Mode würde sich in den meisten Ländern der Welt selbst verbieten, einfach weil sie gar nicht so schnell neue Geldbeutel kaufen können wie die ihnen geklaut werden. (Also: zeitmäßig würde das schon klappen, aber ihnen fehlt ja jetzt das Geld um einen neuen Geldbeutel zu kaufen.
Aber nicht in Japan. Auch wenn immer wieder vor Taschendiebstahl gewarnt wird, wird so gut wie nichts geklaut. (außer Regenschirmen bei Regen).
Deswegen haben Japaner auch kein Problem damit alle Dinge mit Bargeld zu erledigen, sei es Miete, Autokauf oder sonst-noch-was. Neben jedem Geldautomaten gibt es einen Spender für diskrete Briefkuverts. Da nehmen sie sich einen und stecken nen Haufen Geld rein und zahlen so ihre Rechnungen. Wenn Ihnen komisch wird bei dem Gedanken ein paar tausend Euro in einem Briefkuvert in der Manteltasche mit sich herumzutragen sind Sie kein echter Japaner. Noch nicht.
Mann gewöhnt sich so schnell daran, dass es schon nicht mehr gut ist. An Halloween hat mein Kostüm keine Taschen. Also mache ich ein Bündelchen aus Geldbeutel, Schlüssel, Handy, lege das in eine Ecke der Bar und gehe mich amüsieren. Als ich wiederkomme ist das Bündel weg. Ich suche für etwa 20 Minuten. Es kommt mir die ganzen 20Minuten nicht in den Sinn, dass irgendjemand das Zeug geklaut haben könnte, also suche ich weiter. Ein Kellner sieht mich suchen, und nach ein paar unangenehm formulierten Fragen gibt er mir das Zeug wieder: er hatte es Sicherheitshalber eingesteckt und hält mir eine Standpauke, dass ich das nicht machen soll weil: (festhalten) "sind ja auch Ausländer hier"!
Er war übrigens selbst Ausländer, was die ganze Situation noch absurder gemacht hat.
Es beleibt anzumerken, dass es natürlich schon Diebstähle gibt, aber die Gefahr ist um ein vielfaches Geringer als... so ziemlich überall woanders.
Zugfahren:
Jaja, das Züge hier pünklich sind, auf den Meter genau an Bahnsteig-Markierungen halten und adrettes Personal am Bahnsteig aufpasst, dass keiner im Gleisbett rumklettert, das kennen wir alles schon. Aber eine ganz andere Sache wird oft vergessen: sie können überhaupt nicht versehentlich schwarz fahren oder das falsche Ticket kaufen.
Wenn Sie den Bahnhof betreten finden sie gleich eine große Karte mit dem Zugnetz. Und bei jeder Station steht gleich dabei wie viel es von hier nach dort kostet. Darunter sind auch gleich die Fahrkarten-Automaten, sie können also während dem Kauf nochmal nach gucken.
Das können sie auch gar nicht vergessen, weil sie ohne ein Ticket gar nicht durch das Ticket-Gate bis zum Bahnsteig kommen. Sie können auch nicht das falsche Ticket gekauft haben, weil sie mit dem falschen Ticket am Zielbahnhof nicht mehr durch das Ticket-Gate hinaus kommen. Für solche fälle finden sich im Bahnhof "Fare-Adjustment" Automaten, an denen sie nach-zahlen können.
Das ist übrigens ein beliebter Trick wenn sie noch nicht genau wissen wo sie eigentlich hin wollen: einfach das billigste Ticket kaufen und losfahren, am Ziel dann den Rest zahlen.
Aber meist brauchen Sie das eh nicht: jeder der länger als ein paar Wochen hier ist holt sich einfach eine IC(RFID)-Karte. Die drücken Sie einfach aufs Lesegerät am Ticket-Gate und der Betrag wird automatisch abgebucht.
Okay, das war die Bahn, aber Busse sind ja nicht so toll, oder? Tatsächlich kann es bei einigen der konkurrierenden Bus-Systemen dazu kommen, dass sie zu viel zahlen. Wenn sie gleich den Fahrer aufmerksam machen, schreibt der ihnen ein Rezept - direkt das Geld zurück geben kann er nicht.
Toll, denkt man sich, das rentiert sich ja eh nicht dafür extra zur Bus-Firma zu gehen.
Muss man auch nicht: das Rezept wird von den Bussen wiederum als Zahlungsmittel akzeptiert. Sie können es also nächstes mal von ihrem Fahrpreis abziehen.
Warten gelassen werden:
Japaner sagen ja immer: "Verzeihung dass ich Sie habe warten lassen." Auch wenn sie einen gar nicht warten lassen haben - das ist so eine Standard-Floskel wie "Beehren Sie uns bald wieder".
Denn im Vergleich zu anderen Ländern wird man eigentlich recht wenig warten gelassen.
Auf dem Amt zum Beispiel: zwar ist der Bürokratische Apparat ähnlich aufwändig wie in Deutschland, aber dafür kann man die meisten Dinge gleich in einem einzigen Besuch mit nur kurzer Wartepause erledigen.
Und nachdem es die Japaner mit dem Wochenende nicht so genau nehmen (Geschäfte haben auch Samstag und Sonntag bis spät Abends offen), müssen sie meist auch nicht bis Montag warten:
wenn sie Freitag Abend oder Samstag früh etwas brauchen sorgen Firma und Post sorgen dafür, dass sie es auch am Sonntag noch kriegen.
Sonntag, 16. Februar 2014
Mittwoch, 29. Januar 2014
Das können Sie so nicht sagen!
Japanisch ist eine unheimlich dichte Sprache.
Es gibt darin ja vergleichsweise wenig Laute - selbst das "L" und "R" sind ja bekanntlich untrennbar verschmolzen. Doppel-Konsonanten gibts auch nicht. Die Chinesen haben sich ja mit variierten Tonhöhen etwas (Sprach-)Raum geschaffen - die Japaner nicht. Beengte Verhältnisse ist man hier gewohnt...
Also wird der kleine Raum an Lauten die sie nutzen können, mit viel zu vielen Worten voll-gestopft. Dass es da zu Zusammenstößen (also: Homophonen, Worte die genau gleich ausgesprochen werden) kommt ist klar - habe ich hier ja schon erzählt. Auch nebeneinander, dicht an dicht drängeln sich die Vokabeln, so dass ein kleiner Fehler sofort ein anderes Wort trifft. Man sagt: "kiite", hör mal, "kite" komm mal, "kitte", schneid' mal. Das sollten sie sich gut merken, um nicht von ihrem Zuhörer abgestochen to werden.
Natürlich haben auch andere Sprachen einen großen Wortschatz, aber den verwenden sie meist nicht. Japaner aber bestehen darauf, auch im Alltag tief in die Wortschatztruhe zu greifen, und finden dort oft eine große Auswahl an Worten, die alle die gleiche, schwammige Bedeutung haben, aber andere Nuancen. So kann die "Veränderung" entweder "kawari", "henkō", "henka", "henkan" oder eines von etwa 5 anderen Worten sein, die alle "Veränderung" heißen wollen. Die sind fast austauschbar... aber eben nur fast...
Kurz: ist eng hier!
Um so schwerer zu glauben, dass in der Japanischen Sprache einige gigantische Löcher klaffen.
Also: Dinge, die man auf Japanisch einfach nicht sagen kann.
Es gibt einfach keine Worte und keine Grammatik dafür.
Also aufgemerkt: drei Dinge, die Sie auf Japanisch nicht sagen können...
Das erste das beim lernen auffällt: sie werden nie Japanisch sprechen.... denn es gibt keinen Futur!
Für alles was in der Zukunft liegt, verwendet man die Gegenwartsform. Sie sprechen Japanisch, oder eben nicht. Deprimierend nicht?
Klar, auch in Deutschland kann man schon am Montag sagen: "Ich gehe am Sonntag in die Kirche". Aber man kann sich dann dieser Lüge ertappen und korrigieren: "Ich werde am Sonntag in die Kirche gehen". Dann lügt man zwar immer noch, aber es ist jetzt grammatikalisch korrekt gelogen.
Im Japanischen geht das einfach nicht. Japaner kennen kein Aufschieben: wird alles sofort erledigt!
Ein einziges Feigenblatt gibt es dann doch noch: man kann sagen, dass es "einen Plan" gibt etwas zu tun. Naja, Planung ist ja schon die halbe Durchführung, also geht das wohl in Ordnung.
Für Dinge die sich nicht planen lassen (zum Beispiel Regen) müssen sie also eine Zeit angeben.
Im Deutschen haben wir zwei Worte für Bedingungen: "falls" "wenn". Das eine drückt etwas mehr Unsicherheit über das Ja-oder-Nein aus, das andere bezieht sich mehr auf den Zeitrahmen.
Japaner brauchen da etwas mehr Ellenbogenfreiheit: 5 verschiedene Konstrukte haben sie zur Auswahl: ~tara, ~eba, ~nara, to, und ba-ai.
Alle haben sie leichte Nuancen in die eine oder andere Richtung.
Weit kommen sie aber nicht: den Bereich des Möglichen verlassen sie nie.
Ich würde ja ein "würde" verwenden, um darauf hinzuweisen, dass ich diese Option gerne wählen würde, es sie aber leider nicht gibt.
Gibt's aber nicht: in Japan ist alles möglich, also braucht man auch kein "würde" oder "wäre" um über Dinge zu reden, die gar nicht möglich sind. Das sind nur Ausreden sich nicht richtig anzustrengen.
Also merken sie sich: wenn sie ein Vöglein sind, werden sie fliegen! Also fangen Sie besser bald mit dem Arme-wackeln an.
Man muss sich also etwas mit dem Japanischen anfreunden. Also, dass heißt: man darf. Man wird "gelassen", nicht "gezwungen". Ob man will oder nicht! Denn man kann hier auch zwangs-"gelassen" werden, wenn man nicht will.
Denn es gibt keine Möglichkeit den Unterschied zwischen Option und Zwang auszusprechen.
Also: es ist einfach dasselbe Wort: "saseru".
Ob die Mutter nun Eiscreme oder ranzigen Kohl auf den Tisch stillt, sie lässt das Kind (auf)essen.
Interessanterweise ist diese Art sich auszudrücken im Deutschen viel eher nachzuvollziehen als etwa im Englischen, wo kräftig zwischen "let someone" und "make someone" unterschieden wird.
Das könnte auf eine ähnliche Geisteshaltung hinweisen: Sie müssen leiden wollen, sonst könnte man Sie ja nicht "leiden lassen".
Ob das einer der Gründe für die gute Deutsch-Japanische Verständigung ist...?
Es gibt darin ja vergleichsweise wenig Laute - selbst das "L" und "R" sind ja bekanntlich untrennbar verschmolzen. Doppel-Konsonanten gibts auch nicht. Die Chinesen haben sich ja mit variierten Tonhöhen etwas (Sprach-)Raum geschaffen - die Japaner nicht. Beengte Verhältnisse ist man hier gewohnt...
Also wird der kleine Raum an Lauten die sie nutzen können, mit viel zu vielen Worten voll-gestopft. Dass es da zu Zusammenstößen (also: Homophonen, Worte die genau gleich ausgesprochen werden) kommt ist klar - habe ich hier ja schon erzählt. Auch nebeneinander, dicht an dicht drängeln sich die Vokabeln, so dass ein kleiner Fehler sofort ein anderes Wort trifft. Man sagt: "kiite", hör mal, "kite" komm mal, "kitte", schneid' mal. Das sollten sie sich gut merken, um nicht von ihrem Zuhörer abgestochen to werden.
Natürlich haben auch andere Sprachen einen großen Wortschatz, aber den verwenden sie meist nicht. Japaner aber bestehen darauf, auch im Alltag tief in die Wortschatztruhe zu greifen, und finden dort oft eine große Auswahl an Worten, die alle die gleiche, schwammige Bedeutung haben, aber andere Nuancen. So kann die "Veränderung" entweder "kawari", "henkō", "henka", "henkan" oder eines von etwa 5 anderen Worten sein, die alle "Veränderung" heißen wollen. Die sind fast austauschbar... aber eben nur fast...
Kurz: ist eng hier!
Um so schwerer zu glauben, dass in der Japanischen Sprache einige gigantische Löcher klaffen.
Also: Dinge, die man auf Japanisch einfach nicht sagen kann.
Es gibt einfach keine Worte und keine Grammatik dafür.
Also aufgemerkt: drei Dinge, die Sie auf Japanisch nicht sagen können...
Das erste das beim lernen auffällt: sie werden nie Japanisch sprechen.... denn es gibt keinen Futur!
Für alles was in der Zukunft liegt, verwendet man die Gegenwartsform. Sie sprechen Japanisch, oder eben nicht. Deprimierend nicht?
Klar, auch in Deutschland kann man schon am Montag sagen: "Ich gehe am Sonntag in die Kirche". Aber man kann sich dann dieser Lüge ertappen und korrigieren: "Ich werde am Sonntag in die Kirche gehen". Dann lügt man zwar immer noch, aber es ist jetzt grammatikalisch korrekt gelogen.
Im Japanischen geht das einfach nicht. Japaner kennen kein Aufschieben: wird alles sofort erledigt!
Ein einziges Feigenblatt gibt es dann doch noch: man kann sagen, dass es "einen Plan" gibt etwas zu tun. Naja, Planung ist ja schon die halbe Durchführung, also geht das wohl in Ordnung.
Für Dinge die sich nicht planen lassen (zum Beispiel Regen) müssen sie also eine Zeit angeben.
Im Deutschen haben wir zwei Worte für Bedingungen: "falls" "wenn". Das eine drückt etwas mehr Unsicherheit über das Ja-oder-Nein aus, das andere bezieht sich mehr auf den Zeitrahmen.
Japaner brauchen da etwas mehr Ellenbogenfreiheit: 5 verschiedene Konstrukte haben sie zur Auswahl: ~tara, ~eba, ~nara, to, und ba-ai.
Alle haben sie leichte Nuancen in die eine oder andere Richtung.
Weit kommen sie aber nicht: den Bereich des Möglichen verlassen sie nie.
Ich würde ja ein "würde" verwenden, um darauf hinzuweisen, dass ich diese Option gerne wählen würde, es sie aber leider nicht gibt.
Gibt's aber nicht: in Japan ist alles möglich, also braucht man auch kein "würde" oder "wäre" um über Dinge zu reden, die gar nicht möglich sind. Das sind nur Ausreden sich nicht richtig anzustrengen.
Also merken sie sich: wenn sie ein Vöglein sind, werden sie fliegen! Also fangen Sie besser bald mit dem Arme-wackeln an.
Man muss sich also etwas mit dem Japanischen anfreunden. Also, dass heißt: man darf. Man wird "gelassen", nicht "gezwungen". Ob man will oder nicht! Denn man kann hier auch zwangs-"gelassen" werden, wenn man nicht will.
Denn es gibt keine Möglichkeit den Unterschied zwischen Option und Zwang auszusprechen.
Also: es ist einfach dasselbe Wort: "saseru".
Ob die Mutter nun Eiscreme oder ranzigen Kohl auf den Tisch stillt, sie lässt das Kind (auf)essen.
Interessanterweise ist diese Art sich auszudrücken im Deutschen viel eher nachzuvollziehen als etwa im Englischen, wo kräftig zwischen "let someone" und "make someone" unterschieden wird.
Das könnte auf eine ähnliche Geisteshaltung hinweisen: Sie müssen leiden wollen, sonst könnte man Sie ja nicht "leiden lassen".
Ob das einer der Gründe für die gute Deutsch-Japanische Verständigung ist...?
Montag, 13. Januar 2014
Zwischen den Jahren
Und in der Bibel steht geschrieben dass der Herr Herodes sie zum zählen an Weihnachten in ihre Heimatstädte beordert hat. Und so kommen wir auch heute noch jedes Jahr an Weihnachten alle nach Hause. Und weil wir uns da endlich alle mal wieder sehen, plaudern wir, wie's inzwischen so zu geht in den Teilen der Welt in denen wir sonst so rum hängen.
Und natürlich kommt da wieder die Frage die da kommen muss:
"Feiern die denn auch Weihnachten/Neujahr in Japan?"
Also baue ich diesmal schonmal fürs nächste Jahr vor, und erzähle hier die ganze Geschichte:
Was in Japan zu zwischen den Jahren passiert....
Weihnachten:
Natürlich kann sich kein Land heute vom US-Kulturexport abschotten. Auch in Deutschland wurden Nikolaus und Christkind schon lange ersetzt durch Santa Claus. Und die Japaner stehen eh auf extravagante Beleuchtung zur kalten Jahreszeit.
Also hat auch hier das "Kurisu-masu" Einzug gehalten.
Allerdings haben die Japaner das "Fest der Liebe" etwas falsch verstanden:
nicht Nächstenliebe, sondern "Dir-Am-Nächsten"-Liebe der romantischen Zweisamkeit.
Und weil viele gerade keinen geeigneten "Nächsten" zum knutschen unterm Weihnachtsbaum haben, wird daraus schnell eine "Nächst-Besten-Liebe" - greifen Sie sich einfach einen um nicht alleine durch die mit Leuchtgirlanden behangene Stadt zu wandern.
Also kurz: für Japaner ist Weihnachten, was für uns der Valentinstag.... wäre, wenn's uns nicht Wurscht wäre.
Vor dem deutschen Generalkonsulat gibt es schon seit November einen "German Christmas Market". Das ist der kitschigste, teuerste, überbewertetste Christkindlmarkt den Sie je gesehen haben, aber es ist wirklich ein deutscher Christkindlmarkt. Mit Glühwein, Wurstsemmel, Buden die diesen ganzen Krims-krams verkaufen... und Weihnachtsbaum. Ganz aus Plastik und LEDs, als stilisierter Conus. Dafür groß.
Aber keine Angst: auch Amerikanische Tradition wird so ordentlich durch den Fleischwolf gedreht. Und dann frittiert. Nämlich der Truthahn. Der wird ersetzt durch: Kentucky Fried Chicken, also Mc.Nuggets. Das hat KFC durch geschicktes Marketing schon selbst mitverschuldet.
Eine japanische Freundin schmetterte meine Kritik dann auch einfach ab:
"Versuch mal in Japan einen Truthahn zu kriegen!"
Unser lieblings Ausländer-Magazin hier hatte sogar einen extra Artikel darüber, in welchem Import-Shop man am besten seinen Truthahn kauft. (Auflösung: es gibt nur einen, bestellen Sie besser vor).
Neujahr:
Und weil Weihnachten so komplett verkehrt mit schriller Liebe gefeiert wurde, sind die Japaner konsequent und feiern Neujahr in Ruhe und Frieden zu hause mit der Familie.
Feuerwerk, im Sommer fester Bestandteil jeder Party, sind hier Tabu. Überhaupt: alles was Krach und Arbeit macht ist verpönt. Das Essen wird schonmal für die ersten drei Tage im Jahr vorbereitet. Also: es wird so etwas wie eine Lunch-Box gebastelt. Nur eben für jede Mahlzeit. Und dann werden die Gehsteige Hochgeklappt und es kehrt Ruhe ein im Inselstaat.
Nur die Züge fahren ausnahmsweise die ganze Nacht. Das freut Ausländer in Party-Laune. Die Wundern sich dann nur, dass nach dem Count-Down plötzlich die ganzen Japaner weg sind. Denn die Züge fahren nicht für die Party, sondern damit man baldmöglichst zum Schrein kommt.
Denn der Neujahrs-Besuch im Schrein ist für Japaner was uns der Kirchgang an Heiligabend ist.
Das ist wichtig um für ein gutes Jahr zu beten!
Und damit man nicht das ganze Jahr warten muss um zu sehen, ob das Beten erfolgreich war, kann man auch gleich ein Los ziehen, dass einem das Schicksal vorher sagt.
Da steht dann ganz oben so etwas wie "Großes Glück" oder "So nen bisschen Glück" oder "Unglück" drauf, und weiter unten wird das nochmal im Detail erklärt. Dass der Liebespartner noch etwas auf sich warten lässt, aber die Kindesgeburt schon glatt gehen wird. Man pickt sich also raus was man will und kauft sich notfalls noch ein Los oder knotet es an einen Zaun. Das soll helfen.
Dann geht man Heim und macht die ganzen Glückwunschkarten auf. Die kommen auch garantiert pünktlich, denn die Japanische Post hat einen extra Service: alle Neujahrs-Karten die rechtzeitig abgeschickt werden, werden aufbewahrt und alle gleichzeitig am Neujahrstag zugestellt.
Die Deutsche Post hat das natürlich nicht. Die zwei Neujahrskarten die ich bekommen habe wurden beide nicht an Neujahr zugestellt sondern entweder zu früh oder viel zu spät.
Die Japanische Post hat dafür auch meine Weihnachtskarten (die ich alle gleichzeitig weggeschickt habe) gleichmäßig zwischen dem 22. und 29. Dezember verteilt....
Und natürlich kommt da wieder die Frage die da kommen muss:
"Feiern die denn auch Weihnachten/Neujahr in Japan?"
Also baue ich diesmal schonmal fürs nächste Jahr vor, und erzähle hier die ganze Geschichte:
Was in Japan zu zwischen den Jahren passiert....
Weihnachten:
Natürlich kann sich kein Land heute vom US-Kulturexport abschotten. Auch in Deutschland wurden Nikolaus und Christkind schon lange ersetzt durch Santa Claus. Und die Japaner stehen eh auf extravagante Beleuchtung zur kalten Jahreszeit.
Also hat auch hier das "Kurisu-masu" Einzug gehalten.
Allerdings haben die Japaner das "Fest der Liebe" etwas falsch verstanden:
nicht Nächstenliebe, sondern "Dir-Am-Nächsten"-Liebe der romantischen Zweisamkeit.
Und weil viele gerade keinen geeigneten "Nächsten" zum knutschen unterm Weihnachtsbaum haben, wird daraus schnell eine "Nächst-Besten-Liebe" - greifen Sie sich einfach einen um nicht alleine durch die mit Leuchtgirlanden behangene Stadt zu wandern.
Also kurz: für Japaner ist Weihnachten, was für uns der Valentinstag.... wäre, wenn's uns nicht Wurscht wäre.
Vor dem deutschen Generalkonsulat gibt es schon seit November einen "German Christmas Market". Das ist der kitschigste, teuerste, überbewertetste Christkindlmarkt den Sie je gesehen haben, aber es ist wirklich ein deutscher Christkindlmarkt. Mit Glühwein, Wurstsemmel, Buden die diesen ganzen Krims-krams verkaufen... und Weihnachtsbaum. Ganz aus Plastik und LEDs, als stilisierter Conus. Dafür groß.
Aber keine Angst: auch Amerikanische Tradition wird so ordentlich durch den Fleischwolf gedreht. Und dann frittiert. Nämlich der Truthahn. Der wird ersetzt durch: Kentucky Fried Chicken, also Mc.Nuggets. Das hat KFC durch geschicktes Marketing schon selbst mitverschuldet.
Eine japanische Freundin schmetterte meine Kritik dann auch einfach ab:
"Versuch mal in Japan einen Truthahn zu kriegen!"
Unser lieblings Ausländer-Magazin hier hatte sogar einen extra Artikel darüber, in welchem Import-Shop man am besten seinen Truthahn kauft. (Auflösung: es gibt nur einen, bestellen Sie besser vor).
Neujahr:
Und weil Weihnachten so komplett verkehrt mit schriller Liebe gefeiert wurde, sind die Japaner konsequent und feiern Neujahr in Ruhe und Frieden zu hause mit der Familie.
Feuerwerk, im Sommer fester Bestandteil jeder Party, sind hier Tabu. Überhaupt: alles was Krach und Arbeit macht ist verpönt. Das Essen wird schonmal für die ersten drei Tage im Jahr vorbereitet. Also: es wird so etwas wie eine Lunch-Box gebastelt. Nur eben für jede Mahlzeit. Und dann werden die Gehsteige Hochgeklappt und es kehrt Ruhe ein im Inselstaat.
Nur die Züge fahren ausnahmsweise die ganze Nacht. Das freut Ausländer in Party-Laune. Die Wundern sich dann nur, dass nach dem Count-Down plötzlich die ganzen Japaner weg sind. Denn die Züge fahren nicht für die Party, sondern damit man baldmöglichst zum Schrein kommt.
Denn der Neujahrs-Besuch im Schrein ist für Japaner was uns der Kirchgang an Heiligabend ist.
Das ist wichtig um für ein gutes Jahr zu beten!
Und damit man nicht das ganze Jahr warten muss um zu sehen, ob das Beten erfolgreich war, kann man auch gleich ein Los ziehen, dass einem das Schicksal vorher sagt.
Da steht dann ganz oben so etwas wie "Großes Glück" oder "So nen bisschen Glück" oder "Unglück" drauf, und weiter unten wird das nochmal im Detail erklärt. Dass der Liebespartner noch etwas auf sich warten lässt, aber die Kindesgeburt schon glatt gehen wird. Man pickt sich also raus was man will und kauft sich notfalls noch ein Los oder knotet es an einen Zaun. Das soll helfen.
Dann geht man Heim und macht die ganzen Glückwunschkarten auf. Die kommen auch garantiert pünktlich, denn die Japanische Post hat einen extra Service: alle Neujahrs-Karten die rechtzeitig abgeschickt werden, werden aufbewahrt und alle gleichzeitig am Neujahrstag zugestellt.
Die Deutsche Post hat das natürlich nicht. Die zwei Neujahrskarten die ich bekommen habe wurden beide nicht an Neujahr zugestellt sondern entweder zu früh oder viel zu spät.
Die Japanische Post hat dafür auch meine Weihnachtskarten (die ich alle gleichzeitig weggeschickt habe) gleichmäßig zwischen dem 22. und 29. Dezember verteilt....
Montag, 2. Dezember 2013
Einen im Tee
In zwei Jahren Palavern seriöser Berichterstattung über Japan immer noch kein einziges mal über Tee geredet?
Das muss ich doch gleich mal ändern!
Da muss man allerdings etwas vorsichtig sein, denn die Bedeutung des Wortes "Tee" ist nicht ganz einheitlich.
In Deutsch benennen wir alles "Tee" wo man heißes Wasser drüber kippen kann, und das Wasser danach noch trinkbar ist. Gerne auch Obst oder Unkraut (Brennnessel-Tee? Wirklich?).
Einzige Außnahme: wenn Fett drin ist, nennen wir das Wasser danach "Suppe"; oder "Brühe" wenn wir uns noch nicht ganz sicher sind was es ist. Kann man das Wasser nicht mehr trinken, nennen wir es "Abwasser" oder "Rooibos".
Japaner sind da wesentlich spezifischer. Das Wort "Tee" ist für richtigen, echten Tee reserviert - also: die Tee-Pflanze. Das heißt aber nicht, dass Tee hier ein einseitiges Erlebnis wäre!
Ein kurzer Tee-Führer durchs Land der aufgehenden Teekanne....
Eine wichtige Information voraus: die silbe "Cha" ("Tee") wird "Tscha" ausgesprochen. Wie "Checker". Also bitte das Reichs-CH in Deutschland lassen.
お茶 O-Cha:
Der einzige Tee der so sehr Tee ist, dass er keine Zu-Silbe braucht und einfach nur das Ehrenhafte-"O" bekommt: der Grüne Tee. Der ist so ursprünglich, frisch und unverdorben, da schmecken sie das Tee-Feld noch. Im Klartext: er schmeckt ziemlich nach Gras. (Manche sagen gar "Alge"). Das fällt um so mehr auf, als dass er pur, ohne Zucker oder Zitrone getrunken wird.
Und es ist ein absolutes Standard-Getränk. Also ohne "Tea-Time" und Zeremoniell. Wie "Standard"? Also bei uns in der Uni-Kantine kriegt man das Zeug umsonst.
Also nicht: zum Essen dazu - Sie brauchen dafür nicht extra Essen zu kaufen. Sie kriegen auch einfach so Tee.
Wenn sie wollen.
Wenn nicht gibt's Wasser.
抹茶 Maccha:
Wenn man grünen Tee aufkocht, dann eindickt, das übrig gebliebene Pulver aufhebt und später wieder in heißem Wasser auflöst... hat das Zeug eigentlich nicht mehr viel Ähnlichkeit mit Tee.
Zumindest erzählt man sich, dass die grüne Brühe "Maccha"(könnte man grob mit "Reibe-Tee" übersetzen) so hergestellt wird. Kenner werfen dann ein, dass man für den "echten" Maccha auch eine ganz besondere Tee-Sorte braucht, und das Pulver dass man so zu seinem Sushi bekommt gar kein Maccha ist. Wie dem auch sei: es ist der traditionelle Tee für die japanische Tee-Zeremonie. Und so bitter, dass die Japaner für die Tee Zeremonie extra Süßigkeiten erfunden haben um das Erlebnis etwas positiver zu gestalten. Man könnte es also als den "Espresso" des Tees bezeichnen (tatsächlich habe ich mal ein Getränk namens "Green-Presso" gefunden, dass starke ähnlichkeit mit Maccha hatte).
Und was macht man mit Espresso?
Richtig: dicke Milch und Zucker rein und als "Latte Macchiato" verkaufen! Und so finden sie auch "Maccha-Latte" in jedem Supermarkt. Und das schmeckt gar nicht mal schlecht. Wenn sie sich nicht daran stören, dass ihr "Latte" grün ist und nach Tee schmeckt...
ほうじ茶 HōjiCha:
Eine andere Alternative dem grünen Tee das Grasen auszutreiben ist: ihn zu rösten! Dann schmeckt er sehr viel angenehmer. Auch ist er sehr viel angehemer zuzubereiten: sie werfen einen Beutel in einen großen Pott kaltes Wasser uns stellen das für ein paar Stunden in den Kühlschrank, und schon haben Sie reichlich kalten, leckeren Tee. Vor allem im Sommer also eine tolle Sache!
Sie sollten den Beutel allerdings nicht vergessen, sonst schmeckt ihr Tee irgendwann wieder unabsichtlich nach Alge...
紅茶 KōCha:
Denn wenn man sich das was wir so als "schwarzen Tee" bezeichnen genau anschaut, dann ist der eigentlich gar nicht schwarz! Sondern Karmesinrot!
Ähm, vielleicht auch nicht. Die Japaner sagen trotzdem "roter Tee" dazu.
Pur ist das Zeug auch nicht besonders beliebt, auch wenn man ihn immer wieder sieht.
Aber mit kräftig Zucker und Milch (oder alternativ Zitrone) wird er zum Verkaufsschlager: 午後の紅茶 (Gogo-no-Kōcha) - "Afternoon Tea" gibts an fast jedem Getränkeautomaten (also: überall) und versucht an Englische-Kolonialzeit-Tea-Time-Gefühle anzuknüpfen. Nachdem die Japaner das Ende der Kolonialzeit auf der richtigen (also falschen) Seite verbracht haben, fühlen sie sich von solchem Marketing auch nicht abgeschreckt.
烏龍茶 Ūlong-Cha:
Der "Raben-Drachen-Tee" ist ein Kulturimport aus China. Dort lässt man den Tee etwas zu lang in der brütenden Sonne stehen, dann schmeckt er sehr sanft, ohne eine Spur von grasigkeit. Das gefällt den Japanern. So gut, dass der Tee ein Standard-Geränk ist für, wenn man ausgeht aber keinen Alkohol trinken will. Also sowas wie Apfelschorle ohne Frucht oder Kohlensäure. Und weil dieAlkoholiker Alkohol-Trinker da neidisch werden, haben sie mit dem Zeug auch gleich allerhand Alkohol-Mix-Getränke erfunden. Ich glaube mich erinnern zu können in einer sehr abgestürtzen Nacht einmal "Jägermeister-Ūlong" getrunken zu haben. Allerdings sind Nächte in denen man "Jägermeister-Ūlong" trinkt genau diese Art von Nächten bei denen man am nächsten Morgen nicht sicher ist ob sie überhaupt stattgefunden haben.
...stattgefunden haben sollen.
...man öffentlich zugeben möchte, dass sie stattgefunden haben.
Vergessen Sie den letzten Abschnitt einfach wieder. Es gibt keinen "Jägermeister-Ūlong".
麦茶 Mugi-Cha:
Hab ich vorhin behauptet, Japaner sagen "Tee" nur zu echtem Tee? Haha, voll angeschmiert!
Sie können auch einfach ihre Gerste rösten und dann in heißes Wasser werfen. Dann heißt das Mugi-Cha oder "Gersten-Tee". Das klingt ein bisschen kratzig und so schmeckt es auch. Das Getränk ist vor allem im Sommer beliebt (als Kaltgetränk) und lässt sich ähnlich leicht herstellen wie HōjiCha. Allerdings ist die zeitliche Toleranz sehr viel geringer: eine Stunde zu lang den Beutel drin gelassen, und ihr Tee verwandelt sich in eine schwarzbraune Brühe von unvergleichbarer Bitterkeit. Also schütten Sie's weg und versuchen das ganze nochmal. Kann gerne auch mehrfach wiederholt werden wenn man etwas vergesslich ist. Dann steigt man irgendwann auf HōjiCha um, der schmeckt besser, hat Koffein und ist pflegeleichter.
Und wer schon immer mal die andere Seite des belieben Kultur-Schockings sehen wollte, hatte dazu letztens Gelegenheit:
ein Doctor-Student kommt aus seinem Austausch-Aufenthalt aus Hongkong zurück.
"Und, war was?"
"Die tun da Zucker in den (grünen) Tee!"
Angewiederte Gesichter.
"Zucker?!"
"Zucker."
"... ist ja ekelhaft!"
Das muss ich doch gleich mal ändern!
Da muss man allerdings etwas vorsichtig sein, denn die Bedeutung des Wortes "Tee" ist nicht ganz einheitlich.
In Deutsch benennen wir alles "Tee" wo man heißes Wasser drüber kippen kann, und das Wasser danach noch trinkbar ist. Gerne auch Obst oder Unkraut (Brennnessel-Tee? Wirklich?).
Einzige Außnahme: wenn Fett drin ist, nennen wir das Wasser danach "Suppe"; oder "Brühe" wenn wir uns noch nicht ganz sicher sind was es ist. Kann man das Wasser nicht mehr trinken, nennen wir es "Abwasser" oder "Rooibos".
Japaner sind da wesentlich spezifischer. Das Wort "Tee" ist für richtigen, echten Tee reserviert - also: die Tee-Pflanze. Das heißt aber nicht, dass Tee hier ein einseitiges Erlebnis wäre!
Ein kurzer Tee-Führer durchs Land der aufgehenden Teekanne....
Eine wichtige Information voraus: die silbe "Cha" ("Tee") wird "Tscha" ausgesprochen. Wie "Checker". Also bitte das Reichs-CH in Deutschland lassen.
お茶 O-Cha:
Der einzige Tee der so sehr Tee ist, dass er keine Zu-Silbe braucht und einfach nur das Ehrenhafte-"O" bekommt: der Grüne Tee. Der ist so ursprünglich, frisch und unverdorben, da schmecken sie das Tee-Feld noch. Im Klartext: er schmeckt ziemlich nach Gras. (Manche sagen gar "Alge"). Das fällt um so mehr auf, als dass er pur, ohne Zucker oder Zitrone getrunken wird.
Und es ist ein absolutes Standard-Getränk. Also ohne "Tea-Time" und Zeremoniell. Wie "Standard"? Also bei uns in der Uni-Kantine kriegt man das Zeug umsonst.
Also nicht: zum Essen dazu - Sie brauchen dafür nicht extra Essen zu kaufen. Sie kriegen auch einfach so Tee.
Wenn sie wollen.
Wenn nicht gibt's Wasser.
抹茶 Maccha:
Wenn man grünen Tee aufkocht, dann eindickt, das übrig gebliebene Pulver aufhebt und später wieder in heißem Wasser auflöst... hat das Zeug eigentlich nicht mehr viel Ähnlichkeit mit Tee.
Zumindest erzählt man sich, dass die grüne Brühe "Maccha"(könnte man grob mit "Reibe-Tee" übersetzen) so hergestellt wird. Kenner werfen dann ein, dass man für den "echten" Maccha auch eine ganz besondere Tee-Sorte braucht, und das Pulver dass man so zu seinem Sushi bekommt gar kein Maccha ist. Wie dem auch sei: es ist der traditionelle Tee für die japanische Tee-Zeremonie. Und so bitter, dass die Japaner für die Tee Zeremonie extra Süßigkeiten erfunden haben um das Erlebnis etwas positiver zu gestalten. Man könnte es also als den "Espresso" des Tees bezeichnen (tatsächlich habe ich mal ein Getränk namens "Green-Presso" gefunden, dass starke ähnlichkeit mit Maccha hatte).
Und was macht man mit Espresso?
Richtig: dicke Milch und Zucker rein und als "Latte Macchiato" verkaufen! Und so finden sie auch "Maccha-Latte" in jedem Supermarkt. Und das schmeckt gar nicht mal schlecht. Wenn sie sich nicht daran stören, dass ihr "Latte" grün ist und nach Tee schmeckt...
ほうじ茶 HōjiCha:
Eine andere Alternative dem grünen Tee das Grasen auszutreiben ist: ihn zu rösten! Dann schmeckt er sehr viel angenehmer. Auch ist er sehr viel angehemer zuzubereiten: sie werfen einen Beutel in einen großen Pott kaltes Wasser uns stellen das für ein paar Stunden in den Kühlschrank, und schon haben Sie reichlich kalten, leckeren Tee. Vor allem im Sommer also eine tolle Sache!
Sie sollten den Beutel allerdings nicht vergessen, sonst schmeckt ihr Tee irgendwann wieder unabsichtlich nach Alge...
紅茶 KōCha:
Denn wenn man sich das was wir so als "schwarzen Tee" bezeichnen genau anschaut, dann ist der eigentlich gar nicht schwarz! Sondern Karmesinrot!
Ähm, vielleicht auch nicht. Die Japaner sagen trotzdem "roter Tee" dazu.
Pur ist das Zeug auch nicht besonders beliebt, auch wenn man ihn immer wieder sieht.
Aber mit kräftig Zucker und Milch (oder alternativ Zitrone) wird er zum Verkaufsschlager: 午後の紅茶 (Gogo-no-Kōcha) - "Afternoon Tea" gibts an fast jedem Getränkeautomaten (also: überall) und versucht an Englische-Kolonialzeit-Tea-Time-Gefühle anzuknüpfen. Nachdem die Japaner das Ende der Kolonialzeit auf der richtigen (also falschen) Seite verbracht haben, fühlen sie sich von solchem Marketing auch nicht abgeschreckt.
烏龍茶 Ūlong-Cha:
Der "Raben-Drachen-Tee" ist ein Kulturimport aus China. Dort lässt man den Tee etwas zu lang in der brütenden Sonne stehen, dann schmeckt er sehr sanft, ohne eine Spur von grasigkeit. Das gefällt den Japanern. So gut, dass der Tee ein Standard-Geränk ist für, wenn man ausgeht aber keinen Alkohol trinken will. Also sowas wie Apfelschorle ohne Frucht oder Kohlensäure. Und weil die
...stattgefunden haben sollen.
...man öffentlich zugeben möchte, dass sie stattgefunden haben.
Vergessen Sie den letzten Abschnitt einfach wieder. Es gibt keinen "Jägermeister-Ūlong".
麦茶 Mugi-Cha:
Hab ich vorhin behauptet, Japaner sagen "Tee" nur zu echtem Tee? Haha, voll angeschmiert!
Sie können auch einfach ihre Gerste rösten und dann in heißes Wasser werfen. Dann heißt das Mugi-Cha oder "Gersten-Tee". Das klingt ein bisschen kratzig und so schmeckt es auch. Das Getränk ist vor allem im Sommer beliebt (als Kaltgetränk) und lässt sich ähnlich leicht herstellen wie HōjiCha. Allerdings ist die zeitliche Toleranz sehr viel geringer: eine Stunde zu lang den Beutel drin gelassen, und ihr Tee verwandelt sich in eine schwarzbraune Brühe von unvergleichbarer Bitterkeit. Also schütten Sie's weg und versuchen das ganze nochmal. Kann gerne auch mehrfach wiederholt werden wenn man etwas vergesslich ist. Dann steigt man irgendwann auf HōjiCha um, der schmeckt besser, hat Koffein und ist pflegeleichter.
Und wer schon immer mal die andere Seite des belieben Kultur-Schockings sehen wollte, hatte dazu letztens Gelegenheit:
ein Doctor-Student kommt aus seinem Austausch-Aufenthalt aus Hongkong zurück.
"Und, war was?"
"Die tun da Zucker in den (grünen) Tee!"
Angewiederte Gesichter.
"Zucker?!"
"Zucker."
"... ist ja ekelhaft!"
Sonntag, 10. November 2013
Familiensache
Und jetzt stellen wir uns mal vor: Sie werden in eine Japanische Familie hinein-geboren.
Das macht den ganzen Text so schön subjektiv. Da muss ich mich dann auch nicht schämen aus meinem begrenzten Wissensschatz zu sprechen.
Sie werden also geboren und sind vermutlich nicht der/die Erste (oder Letzte):
trotz Rekord-tiefer Geburtenrate kenne ich kaum Einzelkinder.
Es gibt zum Ausgleich einfach eine große Zahl Leute die das mit dem Kinder-kriegen ganz lassen.
Aber da wurden Sie nicht geboren.
Also irgendein Brüderchen oder Schwesterchen werden sie schon haben.
Eines scheint der häufigste Fall zu sein, zwei Geschwister zu haben ist eher selten.
Es kommt also vermutlich niemand mehr nach.
Auch weil Japaner - vor allem die Herren - nach dem Kinder kriegen gerne mit dem Sex haben aufhören. Warum ist nicht so leicht zu verstehen - kann man ja nicht so direkt Fragen (also: ich kann nicht fragen, ohne in Schwierigkeiten zu kommen). Manche Behaupten dass die Frau in der "Mutter"-Rolle vom Mann auch als seine neue Mutter angesehen wird, und er dann seine Mutter einfach nicht mehr sexy finden kann. "Sexy" wird dann ein Fall für "Out-Sourcing".
Aber egal: ein Geschwisterchen reicht Ihnen schon. Das wird dann netterweise auch gleich auf seine neue Identität als "Geschwisterchen" eingeschworen. Denn Kinder werden immer nach dem Familienstand angesprochen: "großer Bruder" oder "große Schwester" - und zwar immer aus Sicht des kleinsten Kindes, dass dann automatisch das "kleine Brüderchen/Schwesterchen" wird.
Für sie ist das also normal, wenn Ihre Mutter das andere Kind mit "große Schwester" anspricht. Sie verstehen also gar nicht, warum sich dieser Ausländer da verwundert am Kopf kratzt, wenn eine Erwachsene Frau ein Kleines Kind als "große Schwester" bezeichnet.
Im Übrigen bleibt noch zu erwähnen, dass sie den besonderen Titel "End-Kind" tragen dürfen, bis doch noch Nachwuchs nachkommt. Kommt aber nicht - bleibt ihnen also erhalten.
Das in China übliche "Cousins werden auch als Geschwister gesehen" gibts hier nicht. Aber vielleicht kommt das noch in Mode wenn mehr Einzelkinder geboren werden.
Sie wachsen also auf ohne Vater, weil: der ist auf der Arbeit. Oder mit dem Boss einen trinken. Nach wie vor kommen viele Männer nur zum schlafen nach Hause, wenn überhaupt.
Können einem Leid tun, die armen Kerle, immer so viel Druck... hab ich gedacht. Bis dann unser Hilfs-Professor nach dem verpflichtenden Teil der Party (ja, das haben sie richtig gelesen: die brauchen ein Attest um nicht mit dem Professor zu trinken) lieber doch noch mit uns in eine andere Bar geht als zu Frau und Kindern nach Hause. Ohne den Professor - der geht nach Hause zu Frau und Kindern. Also denke ich jetzt das viele Männer sich auf der Arbeit vor ihrer Familie verstecken.
Ihre Mutter würde auch lieber weiter Arbeiten, aber hat Angst als Rabenmutter zu gelten und würde ihre alte Stelle eh net mehr kriegen.
Also gehen sie in die Schule und verbringen dort den Großteil ihrer Zeit - gerne auch Samstag und Sonntag. Sie büffeln gewaltig, weil: die Landesweiten Aufnahmeprüfungen für die Unis sind hart! Wer hier nicht Top in Mathe ist, darf sein Philosophie-Studium nur nur an einer Wald-Und-Wiesen-Uni abhalten! Fragen sie mich nicht wo da der Zusammenhang besteht, aber darüber haben sie auch gar keine Zeit nachzudenken.
Kaum haben sie es in die Uni geschafft fragen sie sich auch schon warum sie überhaupt dafür gelernt haben: das Bachelor-Studium ist so lax, dass Sie eigentlich auch gleich mal ein Semester Deutsch lernen können, weil: war halt sonst nicht so viel zu tun.
Dann kommt die große Entscheidung auf sie zu: Arbeiten bis zum umfallen oder den Master machen... und lernen bis zum Umfallen. Denn hier ist der Spaß des Lebens vorbei!
Bis sie in den Ruhestand kommen - dann geht's wieder so richtig los!
Sie gehen Joggen im Park, geben kostenlose Sprachkurse für Ausländer, klettern auf Berge und machen auch sonst allerhand Zeug das man im Ausland lieber der jüngeren Generation überlässt.
Angst ins Altersheim abgeschoben zu werden müssen sie nicht haben - solange Sie zeitig in Kinder investiert haben, haben sie ihren eigenen Heim-Pflegedienst. Selbst Bettlägerige Senioren werden Zuhause behalten und von Töchtern oder Schwiegertöchtern (schon vergessen: Sohnemann muss arbeiten!) gepflegt.
Außerdem gehen sie jetzt vermehrt in Tempel und auf Pilger-Wanderungen. Man muss ja schon bei Zeiten fürs Leben danach gewappnet sein... falls da der gleiche Spaß nochmal auf sie warten solle...
Das macht den ganzen Text so schön subjektiv. Da muss ich mich dann auch nicht schämen aus meinem begrenzten Wissensschatz zu sprechen.
Sie werden also geboren und sind vermutlich nicht der/die Erste (oder Letzte):
trotz Rekord-tiefer Geburtenrate kenne ich kaum Einzelkinder.
Es gibt zum Ausgleich einfach eine große Zahl Leute die das mit dem Kinder-kriegen ganz lassen.
Aber da wurden Sie nicht geboren.
Also irgendein Brüderchen oder Schwesterchen werden sie schon haben.
Eines scheint der häufigste Fall zu sein, zwei Geschwister zu haben ist eher selten.
Es kommt also vermutlich niemand mehr nach.
Auch weil Japaner - vor allem die Herren - nach dem Kinder kriegen gerne mit dem Sex haben aufhören. Warum ist nicht so leicht zu verstehen - kann man ja nicht so direkt Fragen (also: ich kann nicht fragen, ohne in Schwierigkeiten zu kommen). Manche Behaupten dass die Frau in der "Mutter"-Rolle vom Mann auch als seine neue Mutter angesehen wird, und er dann seine Mutter einfach nicht mehr sexy finden kann. "Sexy" wird dann ein Fall für "Out-Sourcing".
Aber egal: ein Geschwisterchen reicht Ihnen schon. Das wird dann netterweise auch gleich auf seine neue Identität als "Geschwisterchen" eingeschworen. Denn Kinder werden immer nach dem Familienstand angesprochen: "großer Bruder" oder "große Schwester" - und zwar immer aus Sicht des kleinsten Kindes, dass dann automatisch das "kleine Brüderchen/Schwesterchen" wird.
Für sie ist das also normal, wenn Ihre Mutter das andere Kind mit "große Schwester" anspricht. Sie verstehen also gar nicht, warum sich dieser Ausländer da verwundert am Kopf kratzt, wenn eine Erwachsene Frau ein Kleines Kind als "große Schwester" bezeichnet.
Im Übrigen bleibt noch zu erwähnen, dass sie den besonderen Titel "End-Kind" tragen dürfen, bis doch noch Nachwuchs nachkommt. Kommt aber nicht - bleibt ihnen also erhalten.
Das in China übliche "Cousins werden auch als Geschwister gesehen" gibts hier nicht. Aber vielleicht kommt das noch in Mode wenn mehr Einzelkinder geboren werden.
Sie wachsen also auf ohne Vater, weil: der ist auf der Arbeit. Oder mit dem Boss einen trinken. Nach wie vor kommen viele Männer nur zum schlafen nach Hause, wenn überhaupt.
Können einem Leid tun, die armen Kerle, immer so viel Druck... hab ich gedacht. Bis dann unser Hilfs-Professor nach dem verpflichtenden Teil der Party (ja, das haben sie richtig gelesen: die brauchen ein Attest um nicht mit dem Professor zu trinken) lieber doch noch mit uns in eine andere Bar geht als zu Frau und Kindern nach Hause. Ohne den Professor - der geht nach Hause zu Frau und Kindern. Also denke ich jetzt das viele Männer sich auf der Arbeit vor ihrer Familie verstecken.
Ihre Mutter würde auch lieber weiter Arbeiten, aber hat Angst als Rabenmutter zu gelten und würde ihre alte Stelle eh net mehr kriegen.
Also gehen sie in die Schule und verbringen dort den Großteil ihrer Zeit - gerne auch Samstag und Sonntag. Sie büffeln gewaltig, weil: die Landesweiten Aufnahmeprüfungen für die Unis sind hart! Wer hier nicht Top in Mathe ist, darf sein Philosophie-Studium nur nur an einer Wald-Und-Wiesen-Uni abhalten! Fragen sie mich nicht wo da der Zusammenhang besteht, aber darüber haben sie auch gar keine Zeit nachzudenken.
Kaum haben sie es in die Uni geschafft fragen sie sich auch schon warum sie überhaupt dafür gelernt haben: das Bachelor-Studium ist so lax, dass Sie eigentlich auch gleich mal ein Semester Deutsch lernen können, weil: war halt sonst nicht so viel zu tun.
Dann kommt die große Entscheidung auf sie zu: Arbeiten bis zum umfallen oder den Master machen... und lernen bis zum Umfallen. Denn hier ist der Spaß des Lebens vorbei!
Bis sie in den Ruhestand kommen - dann geht's wieder so richtig los!
Sie gehen Joggen im Park, geben kostenlose Sprachkurse für Ausländer, klettern auf Berge und machen auch sonst allerhand Zeug das man im Ausland lieber der jüngeren Generation überlässt.
Angst ins Altersheim abgeschoben zu werden müssen sie nicht haben - solange Sie zeitig in Kinder investiert haben, haben sie ihren eigenen Heim-Pflegedienst. Selbst Bettlägerige Senioren werden Zuhause behalten und von Töchtern oder Schwiegertöchtern (schon vergessen: Sohnemann muss arbeiten!) gepflegt.
Außerdem gehen sie jetzt vermehrt in Tempel und auf Pilger-Wanderungen. Man muss ja schon bei Zeiten fürs Leben danach gewappnet sein... falls da der gleiche Spaß nochmal auf sie warten solle...
Samstag, 2. November 2013
Aufwärts!
Als ich zum ersten mal nach Japan kam, wollte ich wirklich das ganze Japan kennen zu lernen, und nicht nur die Touristen Hochburgen. Also auch die Vororte: das war leicht. Die Industrie-Anlagen: das war schon ein bisschen abenteuerlicher. Und die Berge...
Das war schwierig! So ohne Japanischkenntnisse.
Also: das Englische Internet gefragt.
Dort fand ich dann ein Forum wo jemand ähnliches Interesse gezeigt hat.
Antwort, genau eine, "gibt's nicht; ist ja alles mit Städten zugebaut; und selbst wenn, Berge sehen eh überall gleich aus".
Da musste ich erstmal schlucken.
Wer 5 Minuten Zeit hat auf Google Earth zu schauen wird sehen, dass Japan eigentlich fast ausschließlich aus Bergen besteht. Die 120Millionen Japaner drängen sich alle in Ballungszentren entlang der Küste.
Also ignoriert man von jetzt an gute Ratschläge und geht einfach los, wohin immer man eine Spitze am Horizont sieht.
Dann geht es Bergauf...
Mt. Aso:
Auf einem Abstecher nach Kyushu (der südlichen Insel) will ich auf den berühmten heiligen Berg Mt. Aso - einem immernoch aktiven Vulkan.
Also packe ich extra meine Bundeswehr Stiefel ein (damals waren die noch heil), damit ich da auch anständig hoch komme.
Nach einer schier endlosen Bahnfahrt durch die Pampa komme ich am Fuß des Berges an.
Der "Fuß" ist aber erstaunlich weit weg vom Berg.
Kein Problem: gibt einen Bus.
Nach einer schier endlosen Busfahrt durch die Pampa.... MOMENT MAL! Hält der Bus nicht irgendwann an um die Leute auf den Berg steigen zu lassen?
Nein, tut er nicht. Er fährt selbst auf den Berg. Bis zur Bergstation, unmittelbar unter dem Kraterrand.
Wer die letzten 10 Minuten auch nicht mehr laufen möchte, kein Problem, gibt eine Seilbahn.
Ja, eine Seilbahn für etwa 800 Meter Strecke und 50 Meter Höhenunterschied.
Ich gehe lieber hinten rum zu Fuß. Vorn geht heute nicht, weil der Aso, der gerne noch giftige Dämpfe spuckt, heute die Vorderseite gesperrt hat.
Auf der Rückseite wander ich dann die Straße hoch.
Ja, es gibt eine Straße hier hoch. Sie können mit dem Auto bis zum Kraterrand fahren, aus dem Fenster photographieren und wieder herunter fahren ohne auszusteigen - wenn sie wollen.
Will ich nicht.
Weiß auch nicht warum das jemand wollen würde.
Kein Wunder, dass der Berg nicht so berühmt wird wie der Fuji, wenn er es seinen Besuchern so einfach macht. Gas und Steine spucken hilft da auch nicht - sind ja alle 10 Meter Schutzbunker.
Mäßig enttäuscht wandere ich zurück zum Bus.
Im Zug lerne ich wenigstens noch ein paar Junge Leute kennen. (Damals war ich auch noch jung, das hat gut gepasst).
Eine davon, mit der ich mich besonders gut verstehe, erzählt mir von ihrer Jugendherberge, die sie in Seoul (Korea) mit leitet. Sie schenkt mir einen Anstecker und läd mich ein mal vorbei zu schauen. Ich wollte ja immer schonmal nach Korea...
Hey, Moment: jetzt wo ich das schreibe... verdammt, letzte Woche war ich doch ein Seoul!
Gnaa, hätt ich den Blog halt ein paar Wochen früher geschrieben...
Mt. Hira:
Ich werde eingeladen auf einen Berg in der Nähe von Kyoto zu steigen.
Der Clou: man steigt entlang eine Gebirgsbaches auf, der auch mehrere Wasserfälle zu bieten hat.
Man ist also doch ganz schön am Klettern.
Die andere Gruppe die wir sehen - Schulkinder mit zwei Bergführern - kommt gleich in Neoprenanzug. Sie gehen also - zumindest zeitweise - im Bach.
Befürchtungen, wir könnten auch gezwungen sein Nass zu werden, bestätigen sich nicht.
Was aber auch eigener Verdienst ist, denn wo immer man den Bach wieder überquert, muss man über mehrere Felsen balancieren. Teilweise nicht weit von einem Wasserfall entfernt. Wer also hier ins Wasser fällt, fällt gleich zwei mal, und das zweite Mal ganz schon tief.
Wir entscheiden uns für "überleben und trocken bleiben".
Meine Freundin (die mich eingeladen hat) wendet sich einem kleinen Zufluss zu, streckt ihre Hand hinein, und trinkt genüsslich.
"Kann man das trinken?"
"Kann man."
Ich schaue ihr noch ein bisschen nach, ob sie das Wasser nicht doch wieder Ausspuckt.
Tut sie nicht.
Ich trinke auch.
Es gibt hier eine Gletscher und die Berge sind auch nicht aus Kalk.
Ich trinke also stilles Mineralwasser direkt aus dem Berg...
Mt. Ikoma:
Auf einer Party lerne ich zwei Japanerinnen kennen. Ihre Hobbies sind: Photographieren und Bergsteigen.
Super, da kommt ja alles zusammen wofür ich mich auch Interessiere: Bergsteigen, Photos, Japan und Mädchen!
Also lade ich sie ein, zu mir in die Provinz zu kommen, auf einen Berg zu steigen und viele Photos zu machen.
Ich habe keine Ahnung von diesem Berg. Okay, ich war einmal oben.... halb.
Hab' auch keine Karte.
Aber der Wunsch, japanisch zu Üben während ich mit Mädchen Bergphotos mache ist stärker als die Angst sich zu blamieren.
Ich drucke mich aus Google Maps screenshots aus. Da sind Wanderwege jetzt nicht wirklich gut verzeichnet.
Aber ich finde einen Blog Eintrag von jemandem, der da auch schonmal hoch ist.
Ich versuche verzweifelt seine Route auf meiner Google-Maps Karte zu rekonstruieren. Tolle Photos hatte er ja, aber lausige Wegbeschreibungen.
Aber irgendwie wir's wohl gut gehen, denk ich mir.
Wir steigen also auf den Berg. Wie gesagt: die erste Hälfte kenne ich.
Dann kenne ich mich nicht mehr aus, lass es mir aber nicht anmerken.
Am Gipfel kommen wir an einem Vergnügungspark vorbei.
Was zu Hölle haben die Japaner mit ihren Bergen?! Können sie die nicht einfach Berg sein lassen?!
Wir gehen nicht rein, sondern laufen die Bergschulter Entlang. Immer wieder haben wir tolle Aussicht über Osaka.
Wir kommen in ein winziges Bergdorf - so klein, dass auf die einzige Straße hier hoch nur ein Auto passt. Wie ich später lerne ist dies nicht nur eine der ältesten Straßen Japans (existent seit Nara-Periode) sondern auch die steilste.
Glücklicherweise haben sie gerade Heute ein kleines Fest.
Wir bekommen in Soja gekochen Rettich und Ruhen uns etwas aus.
Ich lasse mir nicht anmerken dass ich nichtmal wusste, dass es hier ein Dorf gibt.
Dann steigen wir auf der Rückseite wieder herunter. Irgendwo werden wir schon raus kommen. Alle Wege führen nach Osaka... hoffentlich....
Wir kommen an eine Brücke.
Ich lasse mir nicht anmerken, wie froh ich bin die Brücke aus dem Blog-Eintrag auch wirklich gefunden zu haben!
Damit bin ich - im Wahrsten Sinne des Wortes - über den Berg.
Ich kassiere Lob und Anerkennung für meine Fähigkeiten als Bergführer und denke mir: Jap, das machst du bald mal wieder!
Wo ich gerade dabei bin: am Montag gehe ich wieder in die Berge.
Diesmal haben sich schon etwa 8 Leute angeschlossen.
Wieder habe ich keine Ahnung von dem Berg, den ich sie hochtreibe.
Es bleibt also spannend und geht aufwärts.
Mittwoch, 23. Oktober 2013
Seoul, Korea
"Hey Leute! Diese Billig-Airline hat ein Sonderangebot! Da kommen wir Spottbillig nach Seoul! Wer ist dabei?"
"Ich!"
"Hier!"
"Ich auch!"
"GEBUCHT! Das wird bestimmt lustig wenn wir zusammen..."
"Ich hab' familiäre Probleme!"
"Ich bin krank."
"Ich hab Stress im Labor!"
"Ähh, was?!"
Und so flog ich allein mit 4 Sitzen nach Korea.
Abenteuer müssen immer so anfangen!
Angekommen, verwandle ich mich spontan in einen Touristen.
Ich verstehe kein Wort Koreanisch und kann auch nichts mehr lesen.
Das Geld, sobald ich es denn aus dem nächstbesten Automaten ziehe, sieht merkwürdig nach Monopoly aus und bewegt sich in einem mir unbekannten Wertebereich. (10.000 Won - ist das jetzt viel oder was?)
Ich habe keine Ahnung wie das Zug-System funktioniert. So komme ich zwar in den Start-Bahnhof rein, aber aus dem Ziel-Bahnhof nicht mehr raus. Keine Ahnung was das Ticket-Gate von mir will. Gottseidank sind Koreaner ähnlich Hilfsbereit zu Ausländern wie die Japaner. Aber deutlich ruppiger und nehmen es auch mit den Regeln nicht so genau. Eine Passantin drückt mir einfach das Türchen neben dem Ticket-Gate aus und murrt etwas das wohl "da geh raus!" heißen soll.
Leider fehlt ihnen auch die Japanische Angewohnheit, Modelle und Photos ihrer Speisen vor's Lokal zu stellen. Ich verirre mich eine dreiviertel Stunde lang, bis ich eine Nudelsuppenküche finde die ich mit Zeigefinger und "that! one! please!" bedienen kann.
Hab ich schon erwähnt, dass hier niemand Englisch spricht?
Aber das Essen ist gut!
Anti-England sozusagen...
Generell scheinen die Koreaner noch nicht so ganz an Touristen gewohnt zu sein.
Beim Sight-Seeing kommen die ganze Zeit Leute auf mich zu und wollen ein Photo.
Nein, sie wollen nicht, dass ich ein Photo von ihnen mache, sie wollen ein Photo mit mir machen.
Außerdem wollen sie ihr begrenztes Englisch an mir ausprobieren.
Ich mache das gerne mit.
Wenn ich das nächste mal in Deutschland bin versuche ich das mal bei einem Koreanischen Touristen und schaue wie der reagiert.
Ich muss dazu sagen, dass das nur die jüngere Generation macht.
Die älteren Koreaner drücken ihr Interesse anders aus.
Auf der Toilette stelle ich mich irgendwo an die lange Reihe an Pissoirs - eigentlich ein sehr langes durchgängiges Pissoir wenn man so will.
Ein Mann im mittleren Alter stellt sich direkt neben mich, obwohl alles frei ist.
Vielleicht pinkelt er nicht gern allein...
Dann guckt er aber doch recht auffällig zu mir 'rüber...
Guckt wieder weg.
Guckt nochmal sehr auffällig 'rüber...
Ich glaube Sie haben schon erraten, dass er mir nicht aufs Gesicht schaut.
Er guckt wieder weg, guckt ein bisschen in der Gegend herum.
Dann guckt er aber doch nochmal ganz genau....!
Wollen Sie nachmessen?! Hab das Lineal gerade nicht da...
Korea ist ja für seine Küche berühmt.
Also lass ich mir keine Gelegenheit entgehen in einem traditionellen Restaurant einzukehren und irgendetwas zu bestellen von dem ich keine Ahnung habe was es ist.
Ich deute also auf etwas in angemessener Preislage und - wenn vorhanden - ansehnlichem Photo. Englische Untertitel sind eher rar.
Heute aber steht etwas besonderes auf dem Plan: Koreanisches Barbecue!
Weltberühmt, wurde mir gesagt. Da hat man den Holzkohlengrill im Tisch eingebaut und bekommt Fleisch, Zutaten, Soßen und Beilagen extra angeliefert.
Die Beilagen waren nicht abgebildet, also mache ich den Fehler mir eine Nudelsuppe dazu zu bestellen. Obwohl ich alleine sitze ist der Tisch voll: Salate, Eingelegtes, Zwiebeln, noch ein Salat, ein Teller mit roter Paste, ein Teller mit Salatblättern die nicht angemacht sind, Soßen.
Ich habe keine Ahnung wie man das Zeug bedient.
Die Bedienung spricht weder Englisch noch Japanisch.
Sie ist Chinesin.
Das erweitert mein Vokabular auf: "Schön sie kennen zu lernen" und "Ich spreche kein Chinesisch".
Ich gucke beträufelt.
Sie hat Mitleid und versucht mir mit Handzeichen zu erklären, was ich machen soll.
Wir einigen uns also irgendwie darauf, dass die Zwiebeln in die Soße kommen, und man das Fleisch in die rote Tunke tippt.
Während es brutzelt esse ich schonmal einen der Salate. Ich esse ihn auf weil: Deutsch!
Das war ein Fehler! Ehe ich gucken kann steht derselbe Salat wieder auf dem Tisch.
Nachdem die Bedienung vergebens versucht hat mir zu erklären, dass man das Fleisch in ein ungarniertes Salatblatt wickelt, überwindet sie sich und macht es selbst.
Scheu schaut sie mich an als sie mir das gewickelte Ding in die Hand gibt.
Ich stecke es mir in den Mund.
Es schmeckt köstlich!
Ich sage laut "Mhhmm!" und mache eine Kombination aus Nicken und Verbeugen.
Wir lachen beide.
Gott sei Dank ist sie Chinesin: so kann ich wenigstes "Danke" sagen.
Ich kann mich nicht überwinden den Salat NICHT aufzuessen. Diesmal aber bin ich vorbereitet und kann sie rechtzeitig davon abhalten mir noch einmal einen Salat zu bringen.
So bekomme ich dann irgendwann auch den Tisch leer.
Ich bedanke mich nochmals, sie lächelt und sagt etwas dass ich nicht verstehe, ich sage ihr, dass es nett war sie kennen zu lernen, dann gehe ich.
Auf der Straße fange ich laut das Lachen an und wandere glücklich nach Hause.
An einem verkaterten Morgen entscheide ich mich, die Koreanischen Schriftzeichen zu lernen.
Die haben nämlich ihre eigenen Schriftzeichen erfunden.
Die sehen von weitem zwar genau so abschreckend komplex aus wie das Chinesische / Japanische Pendant, aber - so wurde mir gesagt - folgen sie einer inneren Logik und sind daher sehr leicht zu verstehen.
Also Spiel ich mir entsprechende Materialien aufs Handy und mache mich auf den Weg zum Taekwondo Welt-Zentrum Kukkiwon.
Ich verfahre mich mit der U-Bahn, so fokussiert bin ich aufs Lernen.
Ein Taekwondo-Turnier und ein Mittagessen später gehe ich mir erstmal einen Kaffee kaufen.
Zumindest hoffe ich, dass es Kaffee ist - der Plastikbecher sah irgendwie danach aus.
Hey! Gute Gelegenheit meine neuen Koreanisch-Kenntnisse zu testen!
바닐라라떼, steht da...
b... ba n..ni..nir r..a ra tt...tte
Vanilla Latte?!
Ich öffne den Deckel und trinke einen Schluck.
Yap: Vanilla Latte!
Erster Gedanke: Hey, mein erstes koreanisches Wort!
Zweiter Gedanke: Mist, falschen Kaffee gekauft!
"Ich!"
"Hier!"
"Ich auch!"
"GEBUCHT! Das wird bestimmt lustig wenn wir zusammen..."
"Ich hab' familiäre Probleme!"
"Ich bin krank."
"Ich hab Stress im Labor!"
"Ähh, was?!"
Und so flog ich allein mit 4 Sitzen nach Korea.
Abenteuer müssen immer so anfangen!
Angekommen, verwandle ich mich spontan in einen Touristen.
Ich verstehe kein Wort Koreanisch und kann auch nichts mehr lesen.
Das Geld, sobald ich es denn aus dem nächstbesten Automaten ziehe, sieht merkwürdig nach Monopoly aus und bewegt sich in einem mir unbekannten Wertebereich. (10.000 Won - ist das jetzt viel oder was?)
Ich habe keine Ahnung wie das Zug-System funktioniert. So komme ich zwar in den Start-Bahnhof rein, aber aus dem Ziel-Bahnhof nicht mehr raus. Keine Ahnung was das Ticket-Gate von mir will. Gottseidank sind Koreaner ähnlich Hilfsbereit zu Ausländern wie die Japaner. Aber deutlich ruppiger und nehmen es auch mit den Regeln nicht so genau. Eine Passantin drückt mir einfach das Türchen neben dem Ticket-Gate aus und murrt etwas das wohl "da geh raus!" heißen soll.
Leider fehlt ihnen auch die Japanische Angewohnheit, Modelle und Photos ihrer Speisen vor's Lokal zu stellen. Ich verirre mich eine dreiviertel Stunde lang, bis ich eine Nudelsuppenküche finde die ich mit Zeigefinger und "that! one! please!" bedienen kann.
Hab ich schon erwähnt, dass hier niemand Englisch spricht?
Aber das Essen ist gut!
Anti-England sozusagen...
Generell scheinen die Koreaner noch nicht so ganz an Touristen gewohnt zu sein.
Beim Sight-Seeing kommen die ganze Zeit Leute auf mich zu und wollen ein Photo.
Nein, sie wollen nicht, dass ich ein Photo von ihnen mache, sie wollen ein Photo mit mir machen.
Außerdem wollen sie ihr begrenztes Englisch an mir ausprobieren.
Ich mache das gerne mit.
Wenn ich das nächste mal in Deutschland bin versuche ich das mal bei einem Koreanischen Touristen und schaue wie der reagiert.
Ich muss dazu sagen, dass das nur die jüngere Generation macht.
Die älteren Koreaner drücken ihr Interesse anders aus.
Auf der Toilette stelle ich mich irgendwo an die lange Reihe an Pissoirs - eigentlich ein sehr langes durchgängiges Pissoir wenn man so will.
Ein Mann im mittleren Alter stellt sich direkt neben mich, obwohl alles frei ist.
Vielleicht pinkelt er nicht gern allein...
Dann guckt er aber doch recht auffällig zu mir 'rüber...
Guckt wieder weg.
Guckt nochmal sehr auffällig 'rüber...
Ich glaube Sie haben schon erraten, dass er mir nicht aufs Gesicht schaut.
Er guckt wieder weg, guckt ein bisschen in der Gegend herum.
Dann guckt er aber doch nochmal ganz genau....!
Wollen Sie nachmessen?! Hab das Lineal gerade nicht da...
Korea ist ja für seine Küche berühmt.
Also lass ich mir keine Gelegenheit entgehen in einem traditionellen Restaurant einzukehren und irgendetwas zu bestellen von dem ich keine Ahnung habe was es ist.
Ich deute also auf etwas in angemessener Preislage und - wenn vorhanden - ansehnlichem Photo. Englische Untertitel sind eher rar.
Heute aber steht etwas besonderes auf dem Plan: Koreanisches Barbecue!
Weltberühmt, wurde mir gesagt. Da hat man den Holzkohlengrill im Tisch eingebaut und bekommt Fleisch, Zutaten, Soßen und Beilagen extra angeliefert.
Die Beilagen waren nicht abgebildet, also mache ich den Fehler mir eine Nudelsuppe dazu zu bestellen. Obwohl ich alleine sitze ist der Tisch voll: Salate, Eingelegtes, Zwiebeln, noch ein Salat, ein Teller mit roter Paste, ein Teller mit Salatblättern die nicht angemacht sind, Soßen.
Ich habe keine Ahnung wie man das Zeug bedient.
Die Bedienung spricht weder Englisch noch Japanisch.
Sie ist Chinesin.
Das erweitert mein Vokabular auf: "Schön sie kennen zu lernen" und "Ich spreche kein Chinesisch".
Ich gucke beträufelt.
Sie hat Mitleid und versucht mir mit Handzeichen zu erklären, was ich machen soll.
Wir einigen uns also irgendwie darauf, dass die Zwiebeln in die Soße kommen, und man das Fleisch in die rote Tunke tippt.
Während es brutzelt esse ich schonmal einen der Salate. Ich esse ihn auf weil: Deutsch!
Das war ein Fehler! Ehe ich gucken kann steht derselbe Salat wieder auf dem Tisch.
Nachdem die Bedienung vergebens versucht hat mir zu erklären, dass man das Fleisch in ein ungarniertes Salatblatt wickelt, überwindet sie sich und macht es selbst.
Scheu schaut sie mich an als sie mir das gewickelte Ding in die Hand gibt.
Ich stecke es mir in den Mund.
Es schmeckt köstlich!
Ich sage laut "Mhhmm!" und mache eine Kombination aus Nicken und Verbeugen.
Wir lachen beide.
Gott sei Dank ist sie Chinesin: so kann ich wenigstes "Danke" sagen.
Ich kann mich nicht überwinden den Salat NICHT aufzuessen. Diesmal aber bin ich vorbereitet und kann sie rechtzeitig davon abhalten mir noch einmal einen Salat zu bringen.
So bekomme ich dann irgendwann auch den Tisch leer.
Ich bedanke mich nochmals, sie lächelt und sagt etwas dass ich nicht verstehe, ich sage ihr, dass es nett war sie kennen zu lernen, dann gehe ich.
Auf der Straße fange ich laut das Lachen an und wandere glücklich nach Hause.
An einem verkaterten Morgen entscheide ich mich, die Koreanischen Schriftzeichen zu lernen.
Die haben nämlich ihre eigenen Schriftzeichen erfunden.
Die sehen von weitem zwar genau so abschreckend komplex aus wie das Chinesische / Japanische Pendant, aber - so wurde mir gesagt - folgen sie einer inneren Logik und sind daher sehr leicht zu verstehen.
Also Spiel ich mir entsprechende Materialien aufs Handy und mache mich auf den Weg zum Taekwondo Welt-Zentrum Kukkiwon.
Ich verfahre mich mit der U-Bahn, so fokussiert bin ich aufs Lernen.
Ein Taekwondo-Turnier und ein Mittagessen später gehe ich mir erstmal einen Kaffee kaufen.
Zumindest hoffe ich, dass es Kaffee ist - der Plastikbecher sah irgendwie danach aus.
Hey! Gute Gelegenheit meine neuen Koreanisch-Kenntnisse zu testen!
바닐라라떼, steht da...
b... ba n..ni..nir r..a ra tt...tte
Vanilla Latte?!
Ich öffne den Deckel und trinke einen Schluck.
Yap: Vanilla Latte!
Erster Gedanke: Hey, mein erstes koreanisches Wort!
Zweiter Gedanke: Mist, falschen Kaffee gekauft!
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